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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 57 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 57 hat der ^Verein Für Geschichte der Stadt Wien11 die dritte Reihe der von ihm herausgegebenen Quellen zur Geschichte der Stadt Wien der Herausgäbe der Wiener Grundbücher, bisher 3 Bande, gewidmet. Da aber diese 3 Bände nicht einmal alle städtischen Grundbücher vor dem Jahre 1421 umfassen und mit der Fortsetzung der Publikation der städt. Wiener und anderer Grundbücher nicht zu rechnen ist, so entsteht eine fühlbare Lücke. Diese will vorliegender Band ausfüllen. In ihm werden von Rudolf Geyer und Leopold SaiLer aus 24 Grundbüchern Wiens (vor 1421) 1767 bisher unbekannte jüdische Satzurkunden für die Zeit von 1381 bis 1420, die sich auf Verpfändung christlicher Liegenschaften an Wiener Juden beziehen, ferner Notizen über Abgaben von Jüdischen Häusejm an das reichte Schottenstift seit d. J. 1314, an den Deutschen Ritterorden seit d J. 1320, ferner 52 bereits veröffentlichte Urkunden über den! Besitzwechsel bei den Judenhäusern nach 1421 (s. nr. 1767 bis nr. 1824) abgedruckt, so daß alle griundbücherlichen Judenurkunden Wiens in den 3 Wiener Grundbüchern, im Judenbuch d!er Scheffstraße und in dieser Sammlung bequem und einheitlich zur Benutzung vorliegem Nur fehlt eine kurze Inhaltsangabe an der Spitze der Urkunden. Ihre Veröffentlichung, da sie von Sachkennern und unter Hinzuziehung von Otto H. Stowasser erfolgt ist, dürfte sonst den zu stellenden Anforderungen entsprechen. Nicht so verhält es sich, mit der Einleitung und dem Register. Wenn auch Stowasser in seiner Einleitung darauf hin weist, daß die Auswertung des Materials einer kommenden Forschung Vorbehalten bleibt, so hegt darin keine Entschuldigung dafür, daß seine Ausführungen zu knapp geraten sind. Bei der Reichhaltigkeit des Materials für die rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Wiener Juden, aber auch für einen Vergleich mit den christlichen Satzgeschäften auf Häuser, ferner für die jüdische Namens- und Familiengeschichte, aber nicht lediglich für letztere, hätte die Einleitung ausführlieber sein und eine eingehende Würdigung dieser Dinge bringen! dürfen. Auch über Scherer ist man trotz seiner großen Leistungen schon vielfach hinausgekommen; in der wissenschaftlichen Forschung gilt eben nicht das Wort ״iurare in veiba magistri11. Auch das Sachregister ist etwas zu knapp geraten, abgesehen davon, daß es anscheinend nur aus Versehen seine Stelle bei A (Juden) S. 613/614 erhalten hat, während die richtige Reihenfolge wohl A) Verzeichnis der Juden, B) Verzeichnis der Christen, C) Orts- Verzeichnis, D) Sachregister gewesen wäre. Trotzalledem sind wir der Historischen Kommission der Israel. Kultusgemeinde in Wien für die Veröffentlichung des reichen Materials, das nur seiner Erschließung durch spruchbefugte Forscher harrt, herzlich dankbar. A. Kober. Die Psalmen Verdeutschung von den ersten Anfängen bis Luther. 1. und 2. Hälfte. Herausgegeben in Gemeinschaft mit Fritz Jülacher und Willy Lüdfke von Hans Vollmer, 1932/33. Gegen Moritz Freier, der nachizuweisen versucht, daß Luther in seiner Psalmenübersetzung jüdische Interpreten auch unmittelbar benutzt habe, macht Theodor Pahl wahrscheinlich, daß Luthers Hilfsmittel hierbei

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