Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten und Begründer der Berliner Gemeinde
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 12)
- Language
- German
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Israel Aaron, Hoffaktor d. Großen Kurfürsten u. Begründer d. Berl. Gern. 31 in diesem Dero Lande gdst. Special Schutz und Schirm aufzunehmen. So haben Höchstgemelte Se. Kurfl. Durch!. solchem seinem Suchen in Gnaden deferieret und besagten Juden Israel Aaron in Dero gdsten. Special Schutz und Protektion auf« und angenommen), tun es auch hiermit und in kraft dieses also und dergestalt, dass er in diesen Dero Landen ungehindert sich aufhalten und unter keines einzigen Magistrats Jurisdiction sein noch vor Dero Gerichte zu stehen schuldig sein solle als allein vor Dero hiesigen Hof« und Kammergericht oder in der hiesigen kurfürstlichen Hausvogtei. Die Träger des Namens ״Meisterlein“ in der Steiermark. Eine Untersuchung zur jüdischen Gelehrtengeschichte. Von D. H e r z o g. In seinem mit großem Fleiß und Liebe gearbeiteten Buche: ״Die Wiener Geserah vom Jahre 142V‘1 (Wien 1920) hat Samuel Krauß auch über den Märtyrer Meisterl2 und andere Träger dieses Namens sich auseinandergesetzt3. Er bezeichnet den 1 Um jede weitere Polemik zu vermeiden!, habe ich die Arbeit Herrn Prof, Krauß zur Kenntnis übermittelt. Seine Gegenbemerkungen sind an wenigen Stehen mit Siegel Kr. angefügt, haben mich aber nicht veranlassen können, meine Darlegungen zu ändern. 2 Über die verschiedenen Schreibungen dieses Namens! in jüdischen Urkunden vgl. Ephraim Salomoh Margoliöt in seinem Komm. טיב נרט־ן״" zum Buche בית שמואל״“, Warschau 1584, S. 52, Anm. 6 u. 82, Anm. 31? Zunz, Namen der Juden in ״Gesammelte Schriften“, Berlin 1876, II, S.. 38 s. v. Mester u. 40 s. v. Meisterlein und Geyer und Sailer, Urkunden aus Wiener Grundbüchern z. Gesch. d. Wiener Juden (in ״Quellen und For״ schlingen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Österreich“), S. 601, s. v. Meisterlein von Perchtoldsdorf und Meisterlein von Tulln. Der Eigenname ist nicht (Krauß, S. 244, Anm. 809, nach Loepers Anm. zu Faust 1. Teib S. 81), euphemistischer Ausdruck für ״Teufel“, sondern ursprünglich Be- Zeichnung für den Lehrer und hat, was übrigens ja auch Kr. bekannt ist, zu einem nom. propr. sich entwickelt, wie wir dies ja auch heute noch an den Familiennamen: Rabbiner (slav. Rabin) beobachten können- Kr.s Ein wand, wenn ״Meister“ ״Rabbi“ wäre, dann müßten, weil es ja viele Rabbis in Israel gegeben hat, weit mehr Menschen ״Meister“ heißen^ ist insofern unrichtig, als ja diese Bezeichnung nicht von jüdischer Seite ausgegangen ist, sondern von Nichtjuden, die ja in den meisten Fällen nur wenige Rabbiner kennen zu lernen Gelegenheit hatten׳. Damit erledigt sich auch der Einwand, daß es dann auch kein unterscheidender Name wäre. Wenn Kr. ferner meint, er finde nicht, daß in romanischen Ländern ״ma~ gister“ und seine Derivate zu Familiennamen geworden wären, so ist dem enfcgegenzuhalten, daß es in diesen Belangen keine allgemein gültigen Regeln gibt. Wir finden diese Bezeichnung eben nur im deutschen und in dem von diesem vielfach abhängigen polnischen Kulturkreise. (Vgl. M. Güdemann, Geschichte des Erzdehungswesens u. d. Kultur d. Juden in Deutschland, Wien 1888, HI, 86.) 3 Vgl. namentlich S. 51 u. 143 ff.