Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mendelssohns handschriftliche Glossen zum More Nebukim
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 2)
- Language
- German
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196 Simon Rawidowicz Nebukim ist man im allgemeinen nicht gerade vorbereitet. Beim ersten Blick, den ich in die handschriftlichen Glossen des Exemplars, die nicht von Mendelssohn stammen, und die den größeren Teil ausmachen, geworfen habe, konnte ich mich leicht davon überzeugen, daß sie nicht von David Friedlaender stammen. Um den Irrtum dieser Katalogangabe festzustellen, braucht man nicht einmal die vielen kabbalistischen Exkurse dieser Glossen in die Wagschale zu werfen. Ihre ältere italienische Handschrift (aus dem 16. Jahrhundert) allein genügt. Diese Entgleisung im Katalog des British Museum, die auf meine Anregung hin korrigiert wurde, ist durch eine Angabe auf dem dem Titelblatt vorangehenden Blatt entstanden. Dort finden wir von zwei Schreibern folgende zwei Vermerke: ,,Aus der Bücher- Sammlung des Moses Mendelssohn. Die Randglossen S. קנ״א ע״א וע״ב und קס״ג ע״א sind von des Weltweisen Handschrift/' Ferner: ,,Obige Worte sind eigenhändig vom verewigten Stadtrath David Friedlaender, dem Schüler u. Freunde Mendelssohns geschrieben. Das Exemplar ist aus der Gumpertzen Auktion, u. den 6. Mai 1852 verkauft worden. Berlin, den 4. Juni 1852. F. Lebrecht“. Die Rolle, die David Friedländer bei diesem Handexemplar Mendelssohns gespielt hat, ist also klar. Das hinderte aber den wissenschaftlichen Bearbeiter des erwähnten . Katalogs nicht, auf diese Weise David Friedlaender zum Maimonides-Kommentator, ja sogar zu einem kabbalistischen More Nebukim-Koinmen- -tator za machen. V Selbstverständlich gehl man mit größerer Erwartung an Mendelssohns Glossen in seinem More Ncbuldm-Exemplar heran, öfter ist Mendelssohn zu seinen Lebzeiten und später mit Maimonides verglichen worden. Mendelssohn selbst verspürte einen starken Hang zu Maimonides' Philosophie. Schon in seiner frühesten Jugend wurde Mendelssohn bekanntlich von seinem Lehrer, dem Dessauer Rabbiner David Hirsch Fraenkel, in das Studium des More Nebukim eingeführt. Das philosophische Hauptwerk des Maimonides scheint den jungen Mendelssohn sehr stark angezogen zu haben, sein Studium hat ihn aufs Krankenbett gebrach( 1. } Siehe M. Kayserling: Moses Mendelssohn, 1888, 5. Mendelssohns Worte: ,,Diesem Maimuni habe ich es zuzuschreiben, daß ich einen so