Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau 77 Hans Blülier und״ Hans Joachim Schoeps, Streit um Israel, ein jüdisch-christliches Gespräch, Hamburg, Hanseatische Verlags-Anstalt, 120 S. Im Anschluß an Schoeps’ Besprechung der Schrift Blühers ,,Die Erhebung Israels gegen die christlichen Güter“ entspann sich eine per- -sönliche Bekanntschaft und ein Briefwechsel zwischen den beiden durch die Jugendbewegung gegangenen und daher in vielen Voraussetzungen 'durchaus übereinstimmenden, in der Judenfrage dagegen völlig voneinander abweichenden Schriftstellern. Der Verlag übergibt die Auseinandersetzung der Gegner in der G. V.-Zeitung und in diesem Schriftwechsel der Öffentlichkeit. Martin Buber, Kampf um Israel, Reden und Schriften 1921—1932,!Berlin, Schocken, 463 S., kart. RM. 4.—, Leinen RM. 5.50. Im Gegensatz zu der vorgenannten Schrift kämpft Buber für die Durchsetzung des idealen Israel innerhalb des geschichtlichen Judentums. Im vorliegenden Bande :stellt er eine Reihe von Aufsätzen aus den letzten 12 Jahren zusammen, die freilich zum weitaus größten Teil bereits gedruckt sind, aber erst in dieser Zusammenstellung einander zu einheitlichem Bilde ergänzen. Als besonders wichtig heben wir heraus: Der Glaube des Judentums, Die Brennpunkte der jüdischen Seele, Nachahmung Gottes, Biblisches Führertum, Pharisäertum, Gedenkreden auf Achad Haam, Franz Rosenzweig, Nationalismus, Lebensfrömmigkeit, Warum muß der Aufbau Palästinas ein sozialistischer sein?, Jüdisches Nationalheim und nationale Politik in Palästina. Das Buch Jecheskel, verdeutscht von Martin Buber, Berlin, Schocken, 231 S. (Fortsetzung‘ der Buber-Rosenzweigschen Übersetzung). Rudolf Callmann, Zur Boykottfrage, Ein Gutachten, Berlin, Philo- Verlag, 1932, 44 S. Esriel Carlebach, Exotische Juden. Berichte und Studien, Berlin Welt-Verlag, 1932. Die zum weitgrößten Teil auf die außereuropäischen 'Mittelmeergebiete sich erstreckenden Reisebeschreibungen G.s bilden nicht nicht nur eine sehr anregende Lektüre, sondern enthalten recht beachtenswerte Angaben über religiöse Sitten, die dem mittel- und westeuropäischen Juden von heute fremdartig, ,,exotisch“, erscheinen müssen. Das gut;geschulte und geübte Auge G.s deckt nicht selten vergessene Zusammenhänge auf. Ein großer Teil seiner exotischen Juden steht uns übrigens nicht allzu fern. Ein 450 Jahre alter Schicksalsschlag hat ihn aus unserer unmittelbaren Nähe gerissen. Die spanischen Juden von einst, die zu den vornehmsten Trägern jüdischer Kultur und Wissenschaft gehörten, wurden :gerade in ihrer höchsten Blüte der liebgewonnenen Heimat beraubt. Von ihrer einstigen Größe konnten sie umso weniger retten, als sie ja nur in;gesonderten Splittergruppen und nach verschiedenen Richtungen auf der Suche nach neuen Heimstätten waren. Das gemeinsam Ererbte löste sich durch die Verschiedenheit des Erlebten in neue und abweichende Ge- :staltungen auf, die in Volksbräuchen und Sitten zu bleibendem Ausdruck .;gelangten. Diese Kennzeichen sind es insbesondere, die C. mit eigener