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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 1 · p. Seite 79

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 1
Article
[Nachricht]
Date
1931-01-01
Page
Seite 79 (sequence 1)
Language
German
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79 Bficherschaa Besprechungen vom Herausgeber. . , Sigmund Fraenkel, Aufsätze und Reden. Ein Spiegelbild deutschjüdischer Geschichte aus dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Herausgegeben von Dr. Adolf Fraenkel, Professor an der Universität Jerusalem. München, B. Heller, 343 S., br. 10,50 Mk., geb. 12 Mk. Der Hauptteil des Buches besteht aus Aufsätzen des 1925 heimgegangenen Führers des gesetzestreuen Judentums in Bayern. Diese Aufsätze sind zum Teil wirtschaftspolitischer Art; zum Teil zeigen sie den Verfasser in seinem Bestreben, der gesetzes treuen Richtung volle Gleichberechtigung und freie Entfaltung innerhalb der Großgemeinden zu schaffen —■ im Kampf gegen die Separatisten, und in weltanschaulicher oder gemeindepolitischer Auseinandersetzung mit Führern des Liberalismus; zum andern Teil spiegeln sie den Kampf gegen die konfessionelle Verhetzung in Bayern wider; aber auch biblische und literarhistorische Stoffe haben den Verfasser beschäftigt. Der Herausgeber hat nicht nur Zeitungsartikel, insbesondere über den Ueberfall auf F. 1923 und über seine Beisetzung, hinzugefügt, sondern auch eine kurze biographische Skizze, die, pietätvoll und doch aus dem rechten Abstand und mit voller Wahrhaftigkeit geschrieben, dem Leser das Bild des ebenso liebenswürdigen wie tatkräftigen Vorkämpfers eines gesetzestreuen und zugleich bewußt in deutscher Kultur wurzelnden Judentums vor Augen führt. Catalogue 1930/31, Hebrew Union College, Cincinnati, 143 S. Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskuhde, Schwerin 1930, Bärensprungs che Hofbuchdruckerei, 318 S. Proceedings of the seventeenth international Congress of Orientalist«, Oxford 1928, 117 S., Preis Sh. 7%. Franz Rosenzweig, Der Stern der Erlösung, Frankfurt a. M., J. Kauffmann, Band I 118 S., Band II 223 S., Band III 211 S. Preis br. 14 Mk., geb. 16 Mk. Die erste Auflage war bekanntlich 1921 erschienen und ist MGWJ 1924,' S. 260 f. besprochen worden. Die zweite Auflage ist unveränderter Nachdruck; nur hat ihr Nahum Norbert Glatzer nach Rosenzweigs Pläne Nachweise der im Text nur angedeuteten Anführungen sowie Stellen- und Personen Verzeichnis beigefügt. Die unmittelbar auf die Veröffentlichung des Werks folgenden Jahre eines beispiellos heldenhaften Ringens mit schwerster Schickung haben sicherlich die Bedeutung des Verfassers und mittelbar auch die seines weltanschaulichen Lebenswerkes weitesten jüdischen Kreisen nähergebracht. , ■ Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. 94.—95. Lieferung. Tübingen, Mohr, 1931. Das Unternehmen ist bis zum Schlagwort Schleswig-Holstein durchgeführt und damit in den 5. und letzten Band eingetreten. Unter den Beiträgen zur allgemeinen Religionswissenschaft interessieren namentlich Rechtfertigung (seltsamerweise nur vom griechischen, nicht auch vom hebräischen Ausdruck ausgehend), Religion (Erscheinungs- und Ideenwelt, Typen der Frömmigkeit Entwicklungen, Wesen), Religionsgeschichte, Religionsphilosophie, Rdigions- Psychologie und Religionssoziologie. Daß der Beitrag Religionsunterricht den jüdischen Religionsunterricht unberücksichtigt läßt, entspricht nicht ganz dem Weitblick der Herausgeber, die in Karl Dreyer, dem (nichtjüdischen) Verfasser einer Untersuchung zu Gabirol, einen neuen Mitarbeiter über nachbiblisches Judentum gewonnen haben. Sehr zu bedauern ist aber auch, daß der Beitrag Sagen und Legenden am Midrasch völlig vorübergeht, dessen Sagenwelt nebst ihren Beziehungen zur allgemeinen Sagendichtung doch wahrlich auch den nicht jüdischen Theologen angeht; auch Salomos Nachleben in der Sage ist nicht berücksichtigt; und auch zu der volkskundlichen Behandlung der Schlange hätte sich (über deren Beziehung zu den ersten Menschen) Wichtiges sagen lassen. Verdienstlich ist der Beitrag Sabbath (J. Güttmann), der bei aller Anerkennung des Gesetzlichen das freudige Gepräge der rabbanitischen Sabbatfeier betont. Im allgemeinen scheinen die Hauptbeiträge knapper gefaßt zu sein; der Zweck kurzer Orientierung wird aber anscheinend durchweg erreicht.

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