Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
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78 Gegenüber allen noch immer nicht ganz verstummten Anzweiflungen hält er am Aramäischen als der Originalsprache der , ,Worte Jesu“ fest und weist mit Nachdruck (auch gegen Nestle und Wellhausen) darauf hin, daß man nicht vom Syrischen, sondern nur vom Jüdisch- Aramäischen her an die Aufgabe gehen dürfe, und daß von den verschiedenen palästinensischen Dialekten speziell das g a 1 i 1 ä i s c h e Aramäisch1 die wichtigsten Auf- Schlüsse gebe. Gleichwohl bescheidener sich mit Recht2: ,,Freilich ist nicht daran zu denken, daß sie bis in die Einzelheiten festgestellt werden könne, wie diese Worte aus Jesu Mund hervorgingen. Aber man wird dann mit größerer Sicherheit als bisher erkennen, was von ihnen in Form und Inhalt spezifisch griechisch ist, und was zum mindesten dafür gelten darf, der ürsprünglichen Fassung am nächsten zu stehen.“ Diese grundsätzlichen Feststellungen bilden sozusagen erst den festen Grund, auf welchem dann Dalman (S. 280—5ל) in 14 Abschnitten ,,Wichtige Begriffe“ der religiösen Gedankenwelt Jesu in ihren Beziehungen zum Judentum behandelt. Schon Abschnitt I (,,Die Gottesherrschaft“) ist ein Muster liebevoller Kleinarbeit. Niemand kann auf dem Gebiete sei es des Judentums, sei es des beginnenden Christentums irgendeine Frage der Religionsgeschichte studieren, ohne die Fülle des hier gesammelten und kritisch beleuchteten Materials zu berücksichtigen. Ein zweiter Band der ״Worte Jesu“ ist zwar nicht erschienen. Doch kann als solcher Dalmans 1922 erschienenes Werk ״Jesus — Jeschua“ gelten, in welchem die dort aufgenommenen Untersuchungen sprach- und religionsfeschichtlicher Art fortgeführt und zu dem 1929 ,,Ergänzungen und Veresserungen“ erschienen sind. Die nachstehenden Bemerkungen betreffen größtenteils nur ganz’untergeordnete Punkte und sind in ihrer Geringfügigkeit vielleicht das beste Zeugnis für Dalmans Leistung. . 79 Z. 6 עול דרך ארץ ist nicht ״das Joch der Sorge um das D u r e 11 ־ komme n“, sondern ״das Joch der Lebensweise“ (man könnte fast sagen: ״das Joch der Mode“. — 83 Z. 5 lies 95 — .זמןה Z. 14 v. u. הביא לעולם הבא (bzw. הביא לחיי עולם) findet sich zuerst3 im Test. Asser 6, 6 etacpspst «ütov sic _ aiumov, während ein Teil der Textzeugen ׳tiapatLU&et'cai «6tov iv £«)ןןו [ocittmq׳ xal chisXeuTyjTt{)] hat. Es stand nämlich מביאו לחיי עולם, was in a korrekt durch siacpspei wiedergegeben ist, während ß sich zwanglos durch die Annahme erklärt, daß der Uebersetzer an das aramäische ביאא (gerade im Pa'el ״trösten“) dachte. — 103 Z. 18 lies xX7)povdy.o». — Ebd. Z. 14 v. u. lies xkYjpovoy.0(;. —• 133 Z. 16 (vgl. S. 366/67). Ueber das Hebräische als Ursprache des Henochbuches siehe meiiie Ausführungen OLZ 1913, 417 ff., 515 ff., 564. — 152 Z. 19. Schon I Chr 290ג steht אביבי als Anrede in Gott4. — 313 Z. 8 ist sim^kha hinter jahed ausgefallen. — 332 Z. 15 lies hzioüaa. -333 -י Z, 20 lies mistä‘er. — 352 ZV 9 v. u. lies se-Mbdaltänü. —• 353 Z. 11 v. u. lies ״von frechen Männern und Frauen“, indem ומעיי ח. בנים zu lesen ist5. — 367 Z. 20 ff. Inzwischen ist das Hebräische als Ursprache von IV. Ezra allgemein anerkannt, ygl. V i .0 1 e t, Die Apokalypsen des Esra und des Baruch in deutscher Gestalt (Leipzig 1924) XXXI ff.6— 370 Z.l lies 71e‘enä..— 373 Z.17 statt 1297 lies .1927. F. Perles, 1 Vgl. darüber D alman, Grammatik des Jüdisch-Palästinischen Aramäisch. Zweite Auflage (Leipzig 1905), S. 16 ff. ' 2 ■ ד S. 57. . 3 Vgl. meinen Nachweis OLZ Böiheft II (1908), S. 17, Anm. 5. 4 Dalman selbst gibt das S. 296 Z. 17 an. Dort ist aber die Steile aus dem Abendgebet אלהעו שבשמים יחד שמד naclizutragen. 5 Siehe MGWJ 1919, 170.; 0 vgl. auch die Vorschläge von Greßmann, S. 337 ff., sowie die Nachträge und Berichtigungen von Viole t, S. 351 ff., die auch verschiedene Vorschläge von mir mitteilen.