Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur jüdischen Vorlage der Johannes-Apokalypse [Nachricht] / Rosenthal
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Ferner findet es Herr Rabbiner Dr. Fuchs unwahrscheinlich, daß Rabbi Jochanan ben Sakkai ein Buch über mündliche Traditionen abgefaßt habe, in einer Zeit, in welcher dieses einem Gesetzeslehrer gewiß als verboten galt. Das halbe Dutzend Parallelen von Aussprüchen eines Rabbi Jochanan mit der Apokalypse, von denen manche noch dazu fragwürdig sind, rechtfertigt höchstens die Annahme, daß der Apokalyptiker die Aussprüche des Rabbi Jochanan gekannt hat. Es dürfte aber nicht schwer sein, zu den Jochanan- Stellen Parallelen in der pseudepigraphischen Literatur zu finden, so daß der Schluß eher nahe liegt, daß diese Gedanken Zeitgut waren und Rabbi Jochanan sich nur mit diesen Dingen etwas mehr beschäftigt hat, als bei den meisten seiner Kollegen erweislich ist. Keinesfalls genügt die Gleichheit des nicht gerade seltenen Namens zum Beweis der Vermutung, daß ein Gesetzeslehrer schriftlich Apokalyptik betrieben habe. Auf obige Einwände sandte uns Herr Mieses eine eingehende Erwiderung, der wir folgende Sätze entnehmen: Ich hatte den Nachweis geführt, daß 10 Stellen der Apokalypse, teilweise von singulärer Eigenart, sich im Talmud feststellen lassen, und daraus geschlossen, daß diese Schrift von einem jüdischen Autor herrühren muß. Daß die Parallelstellen zur Johannes - Apokalypse als Aussprüche eines R. Jochanan angeführt werden, kann kein Zufall sein, sonst müßten andere Parallelstellen unter dem Namen anderer Gelehrten nachweisbar sein. Der Versuch dieses Nachweises ist nicht unternommen worden. Der Zahlenwert von פזטום רשיעא ergibt sich bei defektiver Schreibung (die Plenarschreibung beruht auf Versehen bei der Korrektur); diese Schreibweise kann mit der von mir abgelehnten Gematria von 666 כדון קסר nicht verglichen werden, da dort zwei Jod gestrichen werden müssen, damit die Zahl herauskommt. Die Meinung, daß Tannaim keine Bücher geschrieben haben, bedarf für den Fachmann nicht der Widerlegung; den Fernerstehenden verweise ich auf Strack, Einleitung in Talmud und Midrasch S. 9 ff. Nachträge zu dem Aufsatz Jüdische Handwerker aus älterer Zeit (S- 413 ff. des vorigen Jahrgangs). Jüdische Goldschmiede in Hessen s. Hallo in der Festschrift ״Gold — Silber —• Eisen6c (Hess. Landesmuseum), Buchbinder war von Hause aus der Vater Jaques Offenbachs, sowie der Mitkämpfer in den Freiheitskriegen Markus Meyer aus Groß-Rhüden (Der Schild, 1929, S. 387; ״Bonder“ ist übrigens nicht, wie ich in den Soncino-Blättern 1930 schrieb, Buch-, sondern Faßbinder). L. A. Frankl (Nach Jerusalem) fand (I 289) in Ganea jüdische Glaser, Klempner usw., in Beirut (295) 5 Verzinner von kupfernen Geräten u. a., in Damaskus 50—60 Weber, 70 Färber, 10 Klempner u. a. (371), in Jerusalem (II 109) 5 Buchbinder, 2 Schmiede, 1 Maurer, 2 Steinmetzen u. a. m. M. GrunwakL Zu der Grabschrift MGWJ 1930, 428 weisen die Herren Rabb, Dr. M. Grunwaldin Wien und Stadtrabb. Dr. Rieger in Stuttgart darauf hin, daß zweifellos zu lesen ist: ,106110c Zvfvcov ,IaiScbp«) vtjj xexvw |j.v(rft1£10v).