Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 109

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1927
Date
1928-01-01
Page
Seite 109 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829953-2849048--48087-2849176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

109 Wir haben uns ferner in Deutschland, im Freistaat Danzig, in Deutsch- Oesterreich, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und Ungarn an insgesamt 236 Gemeinden mit Subventionsgesuchen gewandt, und haben von 89 Gemeinden Beiträge zwischen 10,— und 300,— Mark erhalten. Dabei ist zu beachten, daß manche preußischen Gemeinden sich ihrer Beitragspflicht für enthoben halten, weil sie den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden für derartige Subventionen als zuständig erachten. Ebenso haben wir uns an sämtliche Bnei Brith-Logen in Deutschland, Dänemark, im Freistaat Danzig, in Deutsch-Oesterreich, Polen und der Tschechoslowakei und an die Großlogen U. 0. B. B. in der ganzen Welt mit Subventionsgesuchen gewandt. Von 140 Gesuchen wurden 83 zustimmend beantwortet und Beträge zwischen 10,— und 300,— Mark überwiesen. Bemerkenswert ist, daß die Gesuche, die an die ausländischen Logen U. O. B. B. gerichtet waren, fast ausnahmslos berücksichtigt wurden, während die deutschen Logen uns vielfach im Stiche ließen. Auch an sämtliche deutschen Landesverbände jüdischer Gemeinden wandten wir uns mit Subventionsgesuchen, und können Zuschüsse des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, des Württembergischen Oberrates, des Badischen Oberrates und mit besonderem Dank die von dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden überwiesene Summe in Höhe von 5000,— Mark verzeichnen. Sie setzte uns nicht nur in die Lage, unsere Veröffentlichungen fortzusetzen, die ja zum größten Teil Zuschüsse erfordern, sondern auch zahlreichen jüdischen Be amten, insbesondere Rabbinern Kantoren, Lehrern sowie Studierenden der Theologie den Beitrag gänzlich zu erlassen oder auf die Hälfte zu ermäßigen. Eine Beihilfe für diesen ־Zweck ist um so dringlicher erforderlich, als die Emergency Society in New York, die uns in den letzten Jahren regelmäßig je 200,— Dollar bewilligt hatte, ihre Tätigkeit eingestellt hat. Wir haben im letzten Jahre nur noch 50,— Dollar erhalten und haben in Zukunft nichts zu erwarten. Die Vergünstigungen verteilten sich wie folgt: Deutschland . . . Belgien. Deutsch-Oesterreich Frankreich .... Italien . Litauen. Luxemburg. . . . Polen. Rumänien .... Rußland. Tschechoslowakei , Ungarn. Palästina . . . . unentgeltlich: 40 4 3 1 8 1 ר 3 1 68 ermäßigt: 51 4 9 12 3 1 20 4 12 4 120 Auf unsere Anfrage ist uns von allen diesen Mitgliedern gemeldet worden, daß sie zwar infolge wirtschaftlicher Notlage nicht in der Lage sind, einen Beitrag an uns zu leisten, daß sie aber auf die Zusendung der Veröffentlichungen der Gesellschaft nur sehr ungern verzichten würden. Ebenso ist uns von anderer Seite wiederholt zum Ausdruck gebracht worden, welche Fülle von Anregung und Belehrung die Monatsschrift bringt und welcher Verlust für die Wissenschaft es wäre, wenn sie nicht erscheinen könnte oder ihren Umfang verkleinern müßte. Nur ganz wenige Mitglieder oder Gemeinden erklärten, für den Inhalt der Monatsschrift keine Verwendung zu haben. Ihnen wurde das Buch von S. Meis eis: Judenköpfe, von dem die Gesellschaft eine Anzahl Exemplare erworben hatte, übersandt. Die Höhe des Jahresbeitrages blieb unverändert 10,— Mark bezw. 2y2 Dollar. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen erreichten die Summe von 26 633,18 Mark. Unsere Mitglieder erhielten unentgeltlich die Monats- Schrift, deren Umfang auf insgesamt 30 Bogen erhöht wurde — bei dem engen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.