Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 2)
- Language
- German
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103 das durch mancherlei Zurücksetzung und materielle Sorgen getrübte Leben dieses seine Zeit weit überragenden Künstlers, der nicht nur in Preußen als offizieller Medailleur beschäftigt wurde, dem auch fremde Herrscher Aufträge übergaben, der von den Akademien Venedig, Berlin u. a. zum Mitglied ernannt wurde, in seinen auf viele Privatpersonen gefertigten Medaillen Hervorragendes leistete und sich auch als Schriftsteller auf seinem Gebiete hervortat. Der mit größter Sorgfalt durchgeführte Katalog mit genauen Beschreibungen der einzelnen Stücke, der durch vorzügliche Abbildungen unterstützt wird, führt 318 Nummern auf, von denen 37 Arbeiten Abraham, 3 den beiden Künstlern gemeinsam und 278 Abramson angehören. Bereits vor seiner Studienreise begann Abramson die Medaillenserie deutscher Gelehrter, als deren erste die auf Mendelssohn entstand und in der weiterhin Sulzer, Ramler, Spalding, Euler, Wieland, Lessing und Kant erschienen. Erwähnt seien hier noch aus der Fülle der Porträts Daniel Itzig und Markus Herz und die im offiziellen Auftrag geschaffenen Münzen^anläßlich der Jahrhundertfeier der preußischen Königswürde und die verschiedenen Medaillen mit dem Kopfe Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise. Von besonderem künstlerischen Wert aber sind die 30 Schwefelpasten von bisher unbekannten Porträtmedaillons, die Hoffmann im Joachimsthalschen Gymnasium auffand, die alle anderen Leistungen des Künstlers übertreffen und erst seine wahre Größe erkennen lassen. Weit über den Kreis der numismatischen Sammler hinaus verdient also dieses sehr prägnant geschriebene Buch als ein Stück Zeit- und Kulturgeschichte Berlins Beachtung. Karl Schwarz. Bücherschau (Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber). Aus unbekannten Schriften, Festgabe für Martin Buber zum 50. Geburtstag, Verlag Lambert Schneider, Berlin 1928, 245 S. Etwa 50 Gelehrte haben sich vereinigt, um dem Erforscher der Mystik aller Völker eine Ehrengabe zu überreichen. Neben Beiträgen aus Laotse, dem Upanischaden, persischen Dichtern, Meister Ekkehard, Humanisten, Hölderlin, Lassalle und Simmel stehen folgende Anszüge aus.jüdischen Schriften: Hugo Bergmann, Ein Spruch aus dem Talmud; Ernst Simon, Eine rabbinische Vorschrift; Gerhard Scholem, Rabbi Abraham ben Elieser Halewi: lieber den Tod der Märtyrer; Leo Baeck, Samuel Laniado über III. M. 198נ; I. Laufbahn: Aus A. D. Gordons Nachlaß; R. Weltsch, A. D. Gordon über Erneuerung; Friedrich Tliieberger, Eine Erinnerung an Salomon Buber. Von ihrem wissenschaftlichen Gehalt abgesehen, zeigt die Sammlung, welchen Widerhall ein Jude, der die> religiösen Quellen seines Volks in sich lebendig fühlt, auch heute innerhalb und außerhalb des Judentums finden kann. Die Schrift, zu verdeutschen unternommen von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig, Berlin, Lambert Schneider. Von dieser Uebersetzung sind nunmehr erschienen clas Buch Jelioseliua, 100 S., das Buch Richter* 110 S. Die Uebersetzung hält sich in bezug auf wissenschaftliche Sorgfalt und dichterische Kraft vollkommen auf der Höhe der vorigen Bände. Paulus und die Mystik seiner Zeit, von Kurt Deißner, zweite, neu bearbeitete Auflage, Leipzig und Erlangen 1921, 147 S., Deichertsche Verlagsbuchhandlung, Dr. Werner Scholl. Die uns erst jetzt zugegangene Schrift setzt sich auseinander mit dem bis dahin erschienenen Versuche, die Frömmigkeit des Paulus und einem großen Teil seiner Lehre aus den griechischen. Mysterienreligionen und ihrer philosophischen Umformung abzuleiten; sie verhält sich fast durchweg ablehnend (wenn sie auch nicht bestreitet, daß der Auferstehung^glaube vorpaulinisch ist), erkennt jedoch an, daß wir die Gegner des Apostels aus der hellenistischen Mystik genauer kennen lernen. Urchristentum und Kultur, Rektorats re de, gehalten bei der Stiftungsfeier der Universität am 22. November 1927 von Martin Dibelius* Heidelberg, 1928, 37 S., 1,20 Mk., Carl Winters Universitätsbuchhandlung. Das Verhältnis des Urchristentums zur Kultur war ursprünglich ,,kein freundliches und nicht einmal ein feindliches“. Aber es hat sich auf weltanschaulichem, sozialem und literarischem Gebiet der längst mit orientalischen Einflüssen