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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 102

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 102 (sequence 2)
Language
German
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102 die Identität der ״Keilschrift-Hethiter“ und ״Bilderschrift-Hethiter“ nicht feststeht. Da so der Begriff ״Hethiter“ geschichtlich keineswegs geklärt ist, ist die religionsgeschichtliche Verwertung der Felsskulpturen und der sie begleitenden Inschriften in eigenartiger Bilderschrift noch eine Aufgabe der Forschung. Trotz dieser von H. Zimmern in der Einleitung zum Bildmaterial seihst hervorgehobenen Unsicherheit ist die schöne Reproduktion der Fels- Skulpturen von Karkemisch, Jazylykaja bei Boghazköi, Ivriz und anderen zu begrüßen. Die Skulpturen stellen eine Götterprozession dar, deren Mittelpunkt die Vermählung der beiden Hauptgottheiten bildet, Abbildungen des Wettergottes, des Vegetationsgottes, Mischgestalten niederer göttlicher Wesen. Es sind 17 Abbildungen auf S Tafeln nach der Auswahl des Leipziger Assyriologen und Hethitologen Heinrich Zimmern. Abbildung 18 gibt eine Kartenskizze von Kleinasien und Nordsyrien mit Unterstreichung derjenigen Orte, an denen Skulpturen mit ״hethitischer“ Bilderschrift gefunden worden sind. Das Bildmaterial zur Religion der Babylonier und Assyrer, das die 6. Lieferung bietet, gibt Schriftproben der altbabylonischen Monumentalschrift, der neuassyrischen Schrift, Abbildungen sumerischer Kunstwerke, babylonischer Tempel und Götter, babylonisch-assyrischer Siegelbilder und Göttersymbole, der Illustrationen zu Beschwörungs- und Ritualtexten, die aber in ihrem Sinn nur durch die Texte der babylonisch-assyrischen Religion erschlossen werden, daher nur als Illustrationen zu diesen verwandt werden können. Um so notwendiger ist daher die nur zu knappe Einleitung von B. Landsberger. Die wertvolle Karte des babylonisch-assyrischen Reiches ist der Weltgeschichte, herausgegeben von J. von Pflugk-Harttung, entnommen. Als Ergänzung zum religionsgeschichtlichen Lesebuch ist der Bilderatlas zu begrüßen, der zu billigen Preisen schöne Reproduktionen bietet. Breslau. Albert Lewkowitz. Tassilo Hoffmann: Jakob Abraham und Abraham Abramson. 55 Jahre Berliner Medaillenkunst, 1755—1810, mit 42 Lichtdrucktafeln und 10 Bildbeilagen. Frankfurt a. M. 1927. J. Kauffmann. Anläßlich ihres 25 jährigen Jubiläums hat sich die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums auf ein neues Gebiet vorgewagt und mit der Monumentalpublikation von T. Hoffmann einen wichtigen Beitrag zu dem Thema ״Die Juden in der Kunst“ geliefert. Daß sich verschiedene Herrscher zu Ende des 18. Jahrhunderts jüdischer Medailleure bedienten, wissen wir. Wir kennen mehrere Namen tüchtiger Meister dieses Faches. Auch Jacob Abraham und sein Sohn Abraham Abramson waren als königlich preußische Medailleure allen Numismatikern bekannt, doch schwankte ihr Bild in der Geschichte infolge unsicherer Zuschreibungen und verschwommener Nachrichten ihrer Lebensumstände. Durch eingehende Forschungen, archivalische Studien und verschiedene glückliche Funde ist es dem Verfasser gelungen, das Werk der beiden Künstler in ein ganz neues Licht zu rücken. Die Prägemedaillen Abrahams und vor allem die seines Sohnes stehen wesentlich über den Leistungen der zeitgenössischen Künstler und Abramsons Porträtmedaillons, die bisher seinem Rivalen Posch zugeschrieben, zum größten Teil aber erst jetzt aufgefunden wurden, gehören mit zu den schönsten Plaketten des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Jacob Abraham, 1723 geboren, lernte in Polnisch-Lissa Steinschneiden und Gravieren, kam 1750 nach Berlin, führte aber, durch die Unruhen des Siebenjährigen Krieges in den verschiedensten Städten herumgetrieben, ein unstetes Dasein, bis er 1760 wieder nach Berlin kam, wo er bis zu seinem Tode (1800) als königlicher Medailleur tätig war. Von ihm stammen u. a. die Medaillen auf die Siege bei Roßbach, Zorndorf, Liegnitz und Torgau, wobei er sich der Entwürfe Chodowieckis und Rodes bediente, was zu der •Annahme führte, er habe weder zeichnen noch modellieren können. Wie falsch diese Ansicht war, beweisen z. B. die trefflichen Porträts von Joh. Friedr. Burg (1763) und Cothenius (1789), wie die Komposition des aufgeschlagenen Buches mit der Lampe auf der Medaille für Joh. Heinr. Formey. Weit bedeutender aber war der Sohn, der 1754 in Potsdam geboren, zuerst von seinem Vater ausgebildet und dann Schüler Tassaerts wurde. Auf einer mehrjährigen Studienreise, die er 1787—91 auf Staatskosten unternahm, bildete er sich zu dem bedeutendsten Medaillenkünstler der Berliner Münze aus, an der er bis an sein Ende (1811) wirkte. Hoffmann schildert eingehend,

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