Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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62; wegen der Empfehlung des Weines hei dem moslemischen Adressaten entschuldigt: die Religion habe nur den jenseitigen, die Heilkunde den diesseitigen Nutzen des Menschen im Auge. Darin sieht der Verfasser einen doppelten Widerspruch zu den sonstigen Ansichten Maimunis über Religion und Medizin. Nun ist der Widerspruch schwerlich so schroff, wie der Verf. meint. Maimuni hält folgerichtig an dem Standpunkt Ihn Dauds (Em. r. 45, 13) fest, daß.die Medizin uns unmittelbar nur im Diesseits, durch Verlängerung des richtig auszunutzenden Erdenlebens aber mittelbar im Jenseits nütze, und läßt bald diese, bald jene Seite seiner Ansicht stärker hervortreten. Aber unzweifelhaft zeigt Maimunis Lebensanschauung stärkere Schwankungen, als man seither annimmt; die Bemühungen des gelehrten Verf., seine medizinischen Schriften zu veröffentlichen und unter philosophischen Gesichtspunkten zu betrachten, verdienen daher starke Beachtung und tatkräftige Förderung. A. Lewkowitz, Seele und Wert; s. unter ,,Bericht6 Artur Saklieim, Das jüdische Element in der Weltliteratur. Hamburg, Verlag Hazoref, 1924, 191 S. ״Israel war ursprünglich ein kleines Volk, aber die Schalhewet Jah wohnte in seiner Mitte. Und dann überschritt es seine Grenzen und trug sein unausrottbares Genie in fremde Länder. Und es ist das Israel des Moses und der Psalmisten, des Talmud und der Kabbala, Gabirols, Jehuda Halevis, des Maimonides und Spinoza, Heines, Bialiks und der kommenden Meister und Seher. Und Christentum, Islam und Sozialismus wären ohne dieses Volkes Sitten, Ideal und Gottes Reich nicht entstanden“. Dieser Grund ans chauung gemäß versucht der Verfasser die Wirkungen der ״Gottesflamme“ in der Literatur des Judentums von den Anfängen bis in die Gegenwart hinein darzustellen und als Künstler zu kennzeichnen. Die warme und geistvolle Darstellung mag manchem Laien von Nutzen sein — wenn er sich bewußt bleibt, daß in der Fülle von Persönlichkeiten, über welche der Verfasser urteilt, nur ganz wenige ihm aus erster Hand bekannt sind; was er z. B. über die jüdische Philosophie und die in ihr nachwirkenden nicht jüdischen Strömungen schreibt, gründet sich offensichtlich auf die Benützung von Handbüehern sehr verschiedenen Wertes. Geschäftsbericht für das Jahr 1924. Auch im Berichtsjahr 1924 hatte die Gesellschaft schwere Verluste zu beklagen. Die Herren Rabbiner Professor Dr. Nathan Porges, Würzburg, und Professor Dr. Salomon Kalischer, Berlin, welche dem Ausschuß der Gesellschaft seit ihrer Gründung angehörten und sich stets mit regem Eifer und warmem Interesse an dessen Arbeiten beteiligten, sind uns durch den Tod entrissen worden. Wenn auch beide im vorgerückten Lebensalter standen, so waren sie doch so frisch und tatkräftig, daß ihre Mitarbeit der Geseilschaft außerordentlich förderlich war. Professor Porges hat gerade in letzter Zeit häufig wertvolle Beiträge für unsere Monatsschrift geliefert und sich auch an den Arbeiten für das Corpus Tannaiticum von jeher eifrig beteiligt. Wir werden das Andenken der Dahingeschiedenen in Ehren halten. Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1924 wurde auf 8 Mark festgesetzt. Die Stabilisierung der Mark bezeichnet, wie für die gesamte Wissenschaft, so auch für unsere Gesellschaft einen Fortschritt zum Bessern. Für viele unserer Mitglieder freilich war sie von einer völligen Umwälzung ihrer Erwerbs- und Vermögensverhältnisse begleitet, sodaß sie sich außerstande erklärten, die Beiträge an die Gesellschaft weiter zu leisten. Zu unserer Genugtuung war es uns, dank der Spende des American Joint Distribution Committee, möglich, ohne rigoroses Vorgehen all denjenigen Mitgliedern, bei denen wir ein tieferes Interesse für die Gesellschaft voraussetzen dürfen, unsere Veröffentlichungen, insbesondere die Monatsschrift weiter zugehen zu lassen. Auch für das Jahr 1925 setzt uns eine gütige Spende, die wir durch die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft auf Veranlassung des Vorsitzenden der Emergency Society, Herrn Professor Boas in New-York C., erhielten, in die Lage, zahlungsunfähige Mitglieder nicht um