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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
[Nachricht]
Date
1924-01-01
Page
Seite 93 (sequence 1)
Language
German
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93 Bücherschau. 1. Ausgaben und Uebersetzungen, Der Verlag Aj a n o t h in Gharlottenburg setzt die höchst verdien! tliehen Ausgaben hebräischer Schriftsteller, über die wir schon öfter zu■ berichten hatten,Weiter fort. Ein schmuckes Bändchen von 264 Seiten gibt eine Auswahl aus den Schriften des Rabbi Bar von Meseritsch anläßlich der 150. Wiederkehr seines Todestages mit einer kurzen Einleitung über Leben und Eigenart des Rabbi und Quellennachweisen aus der Feder des unermüdliehen S. A. Horodetzky (תודח המגיד ממזריכש ושיחותיו). Ferner erscheint eine Auswahl aus M. J. Lebensohn als erstes Bändchen einer* Sammlung der neuhebräischen Lyrik seit Luzzatto (מיכה יוסף לבננזון 285 ,(שיריו תרגומיו אברותיו S. Einer eingehenden einleitenden Würdigung aus der Feder Jakob Fichmanns, der den Dichter aus seiner Umgebung, dem Verhältnis zu seinem Vater und den Zeitströmungen zu verstehen sucht, folgen Dichtungen und Uebersetzungen, durchweg vokalisiert, und einige Briefe; den Schluß bilden ein paar Anmerkungen des Herausgebers und ein leider ziemlich umfangreiches — Druckfehlerverzeichnis. In neuer Ausgabe erschien: צוואת ♦ ♦ מד! וריר יחזקאל שהיה אב״ד בשלש קהילות אלצוגא המבורג וואנובטק, Hamburg 36, 8. Marcus, 16 S. Von Achad Haara? gesammelten Schriften ist der erste Band in neuer deutscher Ausgabe erschienen (Achad Haam, Am Scheidewege. Gesammelte Aufsätze. Erster Band, autorisierte Uebertragung aus dem Hebräischen von Israel Friedländer und Harry Torczyner, 1923, Jüdischer Verlag, 469 S.). Eine neue Vorrede (übertragen von Max Strauß) ist vorangeschickt. 2. Sonstiges. Jahrbuch für Jüdische Volkskunde, herausgegeben von Dr. Max Grün• wald, Berlin-Wien, Benjamin Harz, 480 Seiten. Bekanntlich hatte die nGe- Seilschaft für jüdische Volkskunde‘6 seit 1898 Mitteilungen aus ihrem Interessengebiete herausgegeben; im ganzen sind 66 Hefte erschienen. An Stelle dieser Mitteilungen sollen nunmehr Jahrbücher treten; und es ist in hohem Grade zu wünschen, daß es dem verdienstvollen Spiritus rector der Gesellschaft gelingen möge, jedes Jahr einen Band von der Bedeutung des vorliegenden herauszubringen- Das immer steigende Interesse, das sich der Erforschung des Volksbrauchs und der Volkssitte allgemein zuwandte, hat zweierlei mit Sicherheit ergeben: erstlich, daß viele Sitten, insbesondere auch religiöse Gebräuche, ihren Ursprung in solchen Volks Vorstellungen haben, die selbst längst nicht mehr fortleben (Musterbeispiel: unsere Wappen, .entstanden aus Tierbildern zur Abschreckung böser Geister); zweitens, daß bei sehr vielen Völkern teils selbständig, teils infolge von Entlehnung verwandte Vorstellungen auf tauchen, also oft der Brauch eines Volkes aus dem eines ,weit entfernten gedeutet werden kann und muß. Beide Gesichtspunkte kommen in dem vorliegenden Sammelband voll zur Geltung. So deutet Grunwald das Sukkothritual aus sog. Fruchtbarkeitsriten (natürlich unter voller Anerkenmmg der Vergeistigung, die der Festgedanke erfahren hat); sein Aufsatz über jüdische Mystik und namentlich die sehr wertvollen Beiträge Marmorsteins ,,Zur Religionsgeschichte, und Volkskunde“ verfolgen die Beziehungen jüdischer Volksvorstellungen zu außerjüdischen; wichtige Materialien zur vergleichenden Volkskunde bieten die Arbeiten von J. Nacht, ,,Der Fuß“, M. L. Bamberger, ,,Aus meiner Minhagimsammelmappe“, A. Landau und S. M. ,,Sprichwörter und Redensarten“. Von kulturgeschichtlichem Interesse sind die Aufsätze des Herausgebers ,,Luxusverbot der Dreigemeinden vom Jahre 1715“, ,,Aus meiner Liedersammlung“ (mit Notenbeilagen) und ,,Berufe der Juden“, sowie J. Bronner, ,,Puppenmodelle aus dem 17.—19. Jahrhundert“ (mit sehr schönen Abbildungen, wie überhaupt die 7 dem Bande beigegebenen Bilder vortrefflich ausgefallen sind). Die 100 Seiten lange Untersuchung A. Löwingers über ,,Die Auferstehung in der jüdischen Tradition“ fällt zwar etwas aus dem Rahmen des Ganzen hinaus, ist aber dank der Sorgfalt, mit der sie. der Auffassung des Dogmas in Talmud, Midrasch, Exegese und Religionsphilosophie, nachgeht, recht wertvoll. . Das Buch ist ausgezeichnet ausgestattet, der Druck außer in einigen griechischen Zitaten sorgfältig überwacht ('S. 136 lies: Füße des Mimus, statt Minus!)] wir wünschen ihm weite.:

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