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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 1 · p. 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 1
Article
[Nachricht] / Jacob, Ernst
Date
1924-01-01
Page
87 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Arthur Ungbad: Kulturfragen. Breslau 1923. Selbstverlag (Breslau, Viktoriastraße 47׳). Heft 1: Die ältesten Völkerwanderungen Vorderasiens. 16 S. Grundzahl 0,80 Mk. Heft 2: Ursprung und Wanderung der Sternnamen. 15 S. Grundzahl 0,80 Mk. Heft 3: Das wiedergefundene Paradies. Mit vier Abbildungen des Paradieses. 16 S. Grundzahl 1 Mk. 1. Mit dem Material, das die Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte besonders in Boghazköi zu Tage gefördert haben, wird eine Darstellung der Rassenverhältnisse des alten Orients versucht. Wenn auch manches an den Aufstellungen Ungnads problematisch erscheint oder mindestens noch ausführliche Begründung erfordert, so treten doch zwei Tatsachen als sicheres Ergebnis und in klarer Darstellung hervor. Das erste ist die bunte Fülle von Rassen, Sprachen und Nationen, die der alte Orient ebenso wie der heue aufzuweisen hat. Semiten, Arier, Hethiter und Bubaräer' sind in mannigfachen Erschütterungen durcheinander gewirbelt worden und haben jeder ihr Teil zu der großen vorderasiatischen Kultur beige tragen. Das zweite Ergebnis ist, daß schon die ältesten Israeliten Mischungen mit allen diesen Rassen unterworfen gewesen sind, vor wie nach dem Eindringen in Palästina. Schon damals waren die Juden eine Mischrasse. Viel bekannter ist ja, wie viele und große Zumischungen die Juden im weiteren Verlaufe der Geschichte erfahren haben. Die Wichtigkeit dieser Forschungen für die Bibel Wissenschaft, aber auch für Auseinandersetzung mit dem ,,wissenschaftlichen“ Antisemitismus liegt auf der Hand, Die Lektüre des Ungnadsehen Schriffcchens ist also für weitere Kreise empfehlenswert. 2. In dem zweiten Heftchen versucht der Verfasser zu ermitteln, ,,auf welchem Wege die babylonische llimmelskunde, die in wesentlichen Punkten noch heute unserer Himmelsbeschreibung zugrunde liegt, nach Griechen* land gedrungen ist6‘. Vorausgeschickt wird eine recht lehrreiche Darstellung der Hauptideen der babylonischen Sternkunde. Die Vermittlung Zwischen Babylonien und Griechenland haben nach dem Autor die Hethiter über- ׳nommen. Den Beweis findet er darin, daß das Sternbild, welches wir Pegasus nennen, nicht wie ein Pferd aussieht. Wie kommt es zu seinem Namen? Da liegt ein Schnitzer alter hethitischer Gelehrter vor. Sie haben den baby- Ionischen Namen des Sternbildes iku Feld nicht verstanden und in ihrer indogermanischen Sprache mit ique Pferd gleichgesetzt; später haben Himmelskundige vergeblich die Füße des Tieres gesucht und ihm als Ersatz Elügel gegeben. So ist der Pegasus entstanden. 3. Leider zieht U. im dritten Heft aus dieser Hypothese noch weitergehende Folgerungen. Er behauptet nämlich, dieses Sternbild (iku Feld) sei nach der Anschauung der Babylonier das Paradies gewesen, und so weiß er denn noch andere Elemente der biblischen Paradiesesgeschichte, nämlich den Tagelöhner und das Krummschwert als benachbarte Sternbilder aufzufinden. Diese Meinung ist nicht neu, wohl aber der beachtliche Vorschlag des Verfassers, in der Vision Ez 14 ff. eine Schilderung des gestirnten Hirnmels zu erblicken. U. will die Symbolik des wiedergefundenen Paradieses im Kampf gegen den Materialismus unserer Zeit verwenden und fordert in einem Nachwort zur Bildung eines Kulturbundes auf. Ernst Jacob jun ‘S. ZeitHn, Megillat Taanit as a source for Jewish chronology and history in the Hellenistic and Roman periods. Philadelphia, 1922. Das kleine Büchlein Megillat Taanit, das in seiner ursprünglichen Fassung kaum mehr als eine normale Druckseite ausmacht, hatte vom letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts ab die besondere Aufmerksamkeit der Fachhistoriker auf sich gelenkt... Vgl. bes. Jew. Enc.■VIII. 427—428. Zur Bibliographie ist noch zu ergänzen: Burnaby, The Elements of the Jewish and Mohammedan Caiendars. London 1901. * S. 240—277. Die Fastenrolle (oder besser Festkalender) zählt 35 Tage auf, an denen man nicht fasten darf. Bei manchen dieser Tage ist die Begründung mit einigen knappen Worten gegeben, bei manchen fehlt sie ganz. Jahreszahlen sind überhaupt in der ganzen Rolle nicht zu finden. Die merkwürdigen Tage sind bloß durch das Monatsdatum gekennzeichnet. Mit der gründlichen Arbeit M. Schwabs: Actes du onzieme congres Jatepnational des Orientalistes;: Quatrieme Section, 1897, S. 199—259, schien

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