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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Article
[Rezension]
Date
1923-01-01
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
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■י / -; ־70 für die Auffindung von Belegstellen unvermindert bestehen, so bedeutet nach anderen Richtungen Dalmans Leistung doch einen nicht unwesentlichen Fortschritt über sie hinais und verdient es daher auch von den Benutze• n jener Werke neben ihnen ständig herangezogen zu werden. Die Vokalisation der aramäischen Wörter ist in vielen Fällen durch Berücksichtigung der verwandten Dialekte, wie auch der in den Targumhandschriften südarabischer Herkunft vorliegenden Ueberlieferung sicher gestellt; die Scheidung des Wort- Schatzes der verschiedenen jüdisch-aramäischen Dialekte ist insbesondere durch Kennzeichnung der bei Onkelos und der in den Targumen zu den Propheten und Megillot vorkommenden Wörter gefördert; zahlreiche in die älteren Werke aufgenommene unbrauchbare Etymologien von Fremd- Wörtern sind durch die richtigen ersetzt, wobei den aus dem Griechischen und Lateinischen entlehnten Wörtern die entsprechenden Wörter dieser Sprachen beigefügt, die persischen Lehnwörter als ״pers“, die aus anderen Sprachen stammenden durch ,,x“ kenntlich gemacht sind. Bereits in der ersten Auflage hatte Dalman auf all diese Punkte besonders geachtet, die neue zeugt überall von weiteren Bemühungen, die Zuverlässigkeit des Gebotenen zu steigern. Nicht nur hat er die inzwischen erschienenen Arbeiten sprachlichen und sachliehen Inhalts sorgfältig berücksichtigt, sondern ist darüber hinaus auch besonders durch die Mitarbeit I. Löws in der Lage, die Uebersetzung der Stich- Wörter vielfach präziser zu gestalten, als es seinen Vorgängern oder auch ihm selbst früher möglich gewesen war. Bei der Benutzung des Werks ist mir bisher das Folgende aufgefallen, Da7man verzeichnet ״ כ3אKufe, Kanne“, das seine Vorgänger כרבא vokalisierten. Fränkel wollte das Wort aus xo׳taa lat. cupa her leiten; mag das richtig sein oder nicht, an der Länge des u scheint ein Zweifel nicht möglich. Im Syrischen ist kübä zwar nur den einheimischen Lexikographen bekannt, aus der Literatur aber nicht zu belegen. Dagegen gebrauchen arabische Dichter der vor- und frühislamischen Zeit ״küb“ in der gleichen Bedeutung, die es im Talmud hat und sogar auch, genau wie Aboda zara 60a neben und im Gegensatz zu ,,dann“ דכא ־־־. — Neben aram. ״ סליוWachtel“, hätte auch der Form סלרי Aufnahme gebührt, welche Ps. Jonathan Numeri 1126, 32, sowohl die älteren Drucke, als auch die Handschrift des British Museum (s. ed. Ginsburger) bieten. Diese durch die Ueberlieferung festgehdltene Form wird weiterhin durch syrisch salwai, arab. salwä gesichert. Eine Anzahl von Wörtern erhalten den Zusatz ,,x“, obwohl ihre persische Herkunft feststeht, so z. B. המיז ,,Gürtel“, ״ פתגמאWort“, ״ פ־זר־ראGötzenbild“, רסתקא Landbezirk; auch .״ קמי־אGürtel“ und das davon denominativ gebildete ״ סמרgürten“, batten als persisch bezeichnet werden sollen. Mit ״x“ hätten als Fremdwörter aus dem Babylonischen eine ganze Reihe von Wörtern versehen werden sollen, wie ״ אבילאStadttor“, ״ חבילאZins“, מדאחא ״Tribut“, ״ מז־דזאStadt“, ״ מתאOrtschaft“, ״ נדניאMitgift“, ״ פרכאGötzenaltar“, ״ שושביןHochzeitsbeistand“, ״ שלדאGerippe“ u. A. — Eine Unform ist angeblieh aramäisch כזברא, wofür .einfach כדבנא zu lesen ist. Josef Horovitz, P.Volz: Der Prophet Jeremia, übers, u. erkl. (Komm. z. A. T., hrsg. v. E. Sellin), Deichert, Lpz. 1922. Einem Kommentar über das Buch Jeremia wird es heutzutage fast noch schwieriger werden, wertvolles Neues über seinen Gegenstand herbeizubringen, als der Erklärung eines andern biblischen Buches. Denn Schrift und Personlichkeit dieses Propheten stehen derart im Mittelpunkt der gelehrten Forschung wie des allgemeinen religiösen Interesses, soweit sich dieses dem alttestamentliehen Schrifttum zukehrt, daß Jeremia sozusagen die populärste Gestalt der ganzen Bibel geworden ist und infolgedessen in der modernen Literatur wohl die meisten Ausleger besitzt. Der Volzsche Kommentar legt, wie das Vorwort sagt, besonderen Wert auf die Darstellung von Jeremias lebendiger Gestalt, ganz besonders auf die Zeichnung des Dichters und feinfühligen Psychologen; und man wird ihm zugestehen, daß er in seinem Werk sorgsam alles zusammenträgt, was die Forschungen der Voraufgehenden gerade über diese Seite seines Helden gefunden haben. Daß diese neue Arbeit aber dem schon bekannten Bilde bisher uns nicht vertraute Züge verleiht, kann ich trotz der überaus eingehenden Darstellung nicht finden. Wertvoll und

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