Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Einiges über mischnische Traktatschlüsse [Nachricht]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 2)
- Language
- German
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63 von Mo^'d, Chagigah und Moed Katan, .wie man aus dem Schlußworte zu letzterem Traktat ersieht. (כל ע המית) Ein doppelter Schluß eines und desselben .Traktats findet sich Ende Bababathra, wo R. Jsmael rühmend auf Ben Nannes hinweist und dabei die Beschäftigung mit דיב* ממונית empfiehlt mit erkennbarem Hinweis auf die Anfangsmischna des nächsten Traktats Sanhedrin, דיני ממי־נית בשלשה. Der in Bababathra unmittelbar davor berichtete Vorgang, ע י־ ב דייצא לאחד חיתים שטי־־יח erinnert durch den Ausdruck ת*יזים stark an die Schlußstelle von Berakhot. Allerdings sind unmittelbar vorher die Mischnas über שט~ות abgeschlossen, und wir’ befinden uns, wie für das Gedächtnis wohl zu bemerken war, nach dem Abschluß der שטרות bezw. der Mischnas über sie. Nun sind bbide Schlüsse־ vereint. Bekanntlich sehen wir in Kinin, am Ende des Kodochimseders, dasselbe, zuerst R. Josua, und dann R. Simon ben Akaschia, also zwei Schlußstellen. Das Wort Joses Ende Kelim ist bekannt und hängt, wie wohl die zahlreichen agadischen Traktatschlüsse beweisen, mit dem Bestreben zusammen, ״mit etwas Gutem und Angenehmen zu schließen“. Am äußersten Ende der Mischna, in XJkzin, haben wir auch zwei Schlüsse. Der erste ist von R. Josua ben Levi und verheißt jedem Gerechten 310 Welten, gleich יש. Man kann hierüber die verschiedensten Deutungen bieten und anerkennen. Sehr erstaunt war ich aber, als ich die Quersumme des Wortes עקצים (dies ist die ursprüngliche Schreibweise) berechnete und 310 herausbekam. So bezieht sich Josua ben Levis Satz auf den Traktat XJkzin und schließt denselben. Simon ben Ghalafta bietet mit dem Endsatz den zweiten Schluß. Und dieser erinnert merkwürdigerweise an den Anfangstraktat von Tohorot, an Kelim. Ich erwähne nicht die agadischen Traktat- und Perekschlüsse, die ja sehr häufig und darum bekannt sind, die ich in meinem ״Ueber den Zusammenhang, die Quellen und die Entstehung derMischna!“ (Berlin, Lamm) eingehend behandelt habe. Hier habe ich nur einen kleinen Nachtrag geboten, der von Neuem beweisen soll, wie Vieles, was uns wTenig auffällt, bei genauem Hinblicken im talmudischen Schrifttum als tiefbeabsichtigt angesehen werden muß. Besprechungen Einzelbemerkungen zur Lieferung 3—6 der HoUzmannschen Mischna-Ausgabe. (Fortsetzung von Jahrg. 1918, S. 70—75.) Von V. Aptowitzer in Wien* 3. Baba Kamma-Windfuhr. S. 1. In drei Pforten בכית ist auch der Toseftatraktat Kelim eingeteilt; בבא in der Bedeutung ״Pforte“ kommt« also auch sonst vor. — Ebda.: "נדקין Schädigungen, verderbt aus Tpj:“1 2. Das ist absolut falsch. נזק״ן bedeutet ״Schäden, Schädigungen“, während in der Mischna nicht von Schäden, sondern von Schadenstiftern, Schaden quellen die Rede ist; da ist נזיקין, plur. von כו־ק die einzig richtige grammatische Form K Die Mischna kann aber nicht von מויקין sprechen, weil מדק denjenigen bezeichnet, der in einem bestimmten Zeitpunkt einen Schaden g e s t i f t:e t h a t, während die Mischna mit נזיק die Fähigkeit zu schaden ausdrücken will. כזיק und מדק verhalten sich wie Potenz zu Aktualität. 1 Wiederholt S. 8. Vgl. Lewy, Neuhebr. Wb. III, 367a. 2 Vgl. L. Goldschmidt, Eine talmudische Realkonkordanz etc., S. 31 f. So schon Tos. Jom Tob nach älteren Quellen. Was Fromer, Geschichte eines Lebenswerkes S. 24 gegen G. ausführt, ist belanglos. Vgl. noch Tschernowitz, Vorlesungen über den Talmud I, S. 21.