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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 76 (sequence 2)
Language
German
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76 :■ v\/ ■׳'■ ■:,■-י־־ ' in seinen Betrachtungen über den Zionismus die Araberfrage in ׳ Erez-Israel als die wichtigste an, aber schließlich besteht doch da trotz aller bösen Erfahrungen der letzten Zeit die Möglichkeit, zu einem friedlichen Ausgleich zu kommen, es muß doch nicht notwendigerweise auch in der Zukunft Pogrome geben. — Kautsky glaubt nicht an eine Erfüllung des Zionismus, er hält ihn für eine undurchführbare Utopie. Er glaubt, daß das Judentum, das seiner Ansicht nach nicht eine Rasse, sondern nur eine Gemeinschaft durch Jahrhunderte städtisch lebender Menschen ist, wenn seine Verfolgung und Aechtung aufhören, auch sich auflösen wird. — Nun, wir wollen hoffen, daß seine Meinung irrig ist, und wir glauben es auch; wir meinen, daß auch der Sozialismus nicht Auflösung des Volkstums bedeutet, sondern daß er sich gerade in dem freien Nebeneinander am besten entwickeln wird. — Vor allem aber möchten wir auch glauben, daß im religiösen Judentum noch genug Kräfte lebendig sind, die allen Zersetzungseinflüssen siegreich widerstehen werden. — Allerdings wird das Judentum nur dann die Krise der Gegenwart überleben, wenn es eine innere Renaissance erlebt und sich auf die Werte besinnt, die in ihm leben. — Kautky verdient, trotz aller Einsprüche, die wir im einzelnen gegen seine Untersuchungen machen mußten, doch unsern Dank für die offene und freimütige Art, in der er mit allen unsern Gegnern abgerechnet hat, vor allem aber, mit der er die ganze Verlogenheit des Rassenkampfes brandmarkte. Im Rahmen dieser kurzen Besprechung konnten nur einige Hauptpunkte gestreift werden, das ganze Buch aber ist ein Beweis für die Belesenheit und den Kenntnisreichtum des Verfassers. Breslau. Dr. Willy Cohn. Berichtigung (zu Jahrg. 64, 232 f.). Im Gegensatz zu einer uns s. Zt. von vertrauenswürdiger Seite gemachten, aber irrigen Mitteilung stellen wir fest, daß Herr Prof. Neubürger zu den leider nicht sehr zahlreichen österreichischen Ordinarien gehört, die dem Glauben ihrer Väter innerlich und äußerlich die Treue gewahrt haben. H. Bücherschau. זמירות לליל שבת. Die häuslichen Gesänge für Freitag Abend, übersetzt und mit Erklärungen versehen von Dr. Salomon Bamberger זצ״ל, Provinzialrabbiner in Hanau, Frankfurt 1922. 51 S. Brosch. 5.25 Mk., kart. 6.50 Mk. und 30% TeuerungsZuschlag. Versieht die üblichen Sabbatlieder mit kurzen Vorbemerkungen, Uebersetzung in gehobener Prosa und knappen Anmerkungen. Der aus dem Nachlaß des hochverdienten Vf. herausgegebenen Schrift ist weiteste Verbreitung zu wünschen; bei einer Neuauflage ist zu beachten, daß יום זד. לישראל ursprünglich das vollständige Akrostichon יצחק לורייא חוק enthielt und nur in den‘meist abgedruckten kürzeren Fassungen 6 Strophen fortgeblieben sind (gegen S. 8); לגברת אמת (S. 44) heißt nicht zur Herrin der Wahrheit, sondern zur wahren (rechtmäßigen) Herrin.

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