Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 66 (1922)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 2)
- Language
- German
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71 -;:■;"'■ץ sämtlich galiläischen und ostjordanischen Synagogen; zeitlich gehören diese Inschriften in die Wende des 2. ־und 3. Jahrhunderts. Zu bedauern ist, daß den Inschriften nicht — wie etwa dem großen Inschriftenwerk von Müller, das unsere Gesellschaft ediert hat — Photo־ graphien beigefügt sind, denn nur sie ermöglichen einen Fortschritt der Er- : klärung durch richtige oder bessere Lesung des Textes. Im einzelnen möchte ich folgendes bemerken: Zu Nr. 50 auf S. 24. Die Erklärung und Lesung הדולקת die Anzünderin klingt wenig überzeugend; der Ruhm, daß sie auf das Anzünden der Sabbat־ lichter besonders achtete, dürfte für die damalige Zeit und auch für eine Proselytin nicht so groß sein. Vielleicht könnte man החולקת oder defektiv geschrieben החלקת lesen, was durch ,,Verteilerin“, nämlich von Gaben an Arme erklärt werden könnte; die Frau würde also ein Amt in sozialem Interesse ehrenamtlich verwaltet haben, was man sehr wohl zu ihrer Ehre auf ihrem Grabstein vermerken konnte (freilich grammatisch müßte es eher המחלקת heißen, wie המחלק in baba batra 9.7, doch daß wir hier auch sprachliche Ungenauigkeiten vor uns haben, zeigt Klein oft genug). In Nr. 98 auf p. 51 haben wir ein gemeinsames Grab vor uns, der Errichter des Grabsteines steckt in den letzten Buchstaben tou 27]tou; vorausgehen, wie das Schluß c und die Worte (Dstowvoc; xai E1־c׳.xa]xo; xa3y.<7. zeigen, Genetive, so daß der Sinn wäre: des?, des Pheidon (auffallend si nicht czi) und des Epiktes Grabmal, errichtet von טסז X/]tqo. Zu Nr. 172 p. 59 finde ich Malthake bei Juden sonst nie, ausser dem Namen von Herodes Frau, Jos. ant. jud. XVII. § 250; dagegen in griechischer Literatur häufig auf Inschriften und auch sonst; vermutlich ist dies eine Uebersetzung des hebr. י־כה die Sanfte, Weiche. Die Formel p. 67'בי־וך שמו לעולם bedarf noch einer genauen Erörterung. In den ,,Ergänzungen“ ist auf p. 101/2 eine Synagogeninschrift abgedruckt, deren Verständnis noch kaum gefunden sein dürfte; die Worte 7ען >aav 0׳ ׳rcaTspcc aoiou y,at 01 7:pecßu־t£pG1 xai 21^a)vt07]<; verstehe ich so: die J־ev7], d. h; die Fremdenniederlassung ließen zu einem Volke werden seine Väter und die Aeltesten und Simonides. Die Josephus-Zitate dürften besser mit Paragraphen gegeben werden. Die jüdische Wissenschaft kann mit vielem Dank dieses Werk entgegen־ nehmen, und die Zunz-Stiftung verdient darob Anerkennung, daß sie dieses Werk, ,,fern von jedem wissenschaftlichen Zentrum, in einer Provinzstadt“ entstanden, unterstützt hat. Hoffen wir, daß der Verfasser, der die jetzigen Forschungsarbeiten im heiligen Lande mit viel Interesse verfolgt, uns noch mehr archäologisch-epigraphische Beiträge liefert. Halle a. S. A. Posner. J. Horovitz: Untersuchungen zur rabbinischen Lehre von den falschen Zeugen. Frankfurt, 1914. Diese Monographie hat zum Gegenstand eines der interessantesten Kapitel des talmudischen Strafrechts, die Lehre von den überführten Zeugen עדים זוממיץ. Dt 191521־ bietet dem Halachisten ein recht interessantes und kaum entwirrbares Problem. Im Mittelpunkte der Streitfragen steht 19. Horovitz entwickelt den ganzen Stoff mit lobenswerter Ausführlichkeit und zerlegt ihn in seine Elemente. Zuerst kommt die Frage: Wie ist הזמה zu definieren?