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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · Heft 1 · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
66 (1922)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1922-01-01
Page
Seite 67 (sequence 2)
Language
German
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uns der 1. Band ־unter anderem eine Untersuchung von Fr. Ritteimeyer über die ,,Liebe bei Plato und Paulus“; S. Behn behandelt ,,Das religiöse Genie“; A. Fischer schreibt ,,Ueber Nachahmung und Nachfolge“ (wobei der hebräische Leser wohl gelegentlich an Achad Haams ,,Chikkuj Vehithboleluth“ denkt!). Der Doppelband II/III, dessen Inhalt zumeist noch in der Vorkriegszeit entstand, bringt unter anderem Wertvollen eine Abhandlung (mit Proben) von C h r. Geyer ,,Zur Psychologie der Predigtvorbereitung‘ und eine ,,phänomenologische“ Untersuchung von W. Stähl in über ,,Die Wahrheits frage in der Religionspsychologie“, worin der Wahrheitsanspruch, den alle Religion erhebt, ״in der Mannigfaltigkeit seiner psychischen Verwirkliehung“ erörtert wird. Leider ist der Fortbestand des ״Archiv“ gefährdet. Seine Weiterführung hängt wesentlich davon ab, daß die ״Gesellschaft für R,eligionspsychologie“ einen größeren Zuwachs an Mitgliedern erhält. Bei dem geringen Jahresbeitrag von 30 Mark, der zum kostenlosen Bezug' des ״Archiv“ berechtigt, sollte diese Bedingung leicht zu erfüllen sein. Auch aus jüdischen Kreisen wäre der Beitritt neuer Mitglieder sehr wünschenswert. Ich habe'früher einmal in einem kleinen Aufsatze 1 darzutun versucht, welche Bedeutung der Religionspsychologie innerhalb der Wissenschaft des Judentums zukommt. Vor allem sollten Rabbiner und Religionslehrer der jungen aufstrebenden Disziplin mehr Interesse entgegenbringen und sich der ״Gesellschaft für Religionspsychologie“ in größerer Zahl anschließen. Auch Vereine, Institute, Bibliotheken sind berechtigt, die Mitgliedschaft zu erwerben. Buchau a. F. Abraham Schlesinger. Das Wesen.des Judentums von Leo Bäck. 2. neu bearbeitete Auflage, Frankfurt, Kauffmann, 1922. (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums.) Man kennt die Geschichte von dem Heiden, der Jude werden wollte, wenn er den Inhalt des Judentums auf einem Fuße stehend erlernen könnte Schammai wies ihm die Tür; er mochte glauben, daß man eine Religion nicht annehmen könne, ohne sehr wesentlich umzulernen. Aber mindestens verstündlich ist die Antwort, die Hillel ihm erteilte: das Ziel des Judentums ist dasselbe, das dir aus der Weisheit deiner Weisesten vertraut ist; nun komm und lerne die Wege zum Ziel! Dieselbe Forderung wie an Hillei und Schammai wird noch heute an ׳manchen Vertreter des Judentums gestelltaber nicht bloß von ״Heiden“. Recht viele Söhne und Töchter unseres Volkes wollen Juden bleiben oder sich wieder als Juden fühlen; aber das Judentum darf nicht mehr und nicht wesentlich anderes lehren, als ihnen aus dem Idealismus der Gegenwart geläufig ist. Man kann es verstehen, daß mancher Rabbiner sich ihnen gegenüber entscheidet wie Schammai, in dem Bewußtsein, ihnen doch nicht sagen zu können, worin die Eigenart und manche wesentliche Triebkräfte des Judentums liegen. Wer so denkt, muß es freilich in den Kauf nehmen, daß das religiöse Suchen so mancher Kinder unseres Stammes an der Ueberlieferung ihres Glaubens keinen Halt mehr findet, also entweder am Boden schleift oder sich an fremden Säulen emporrankt. Wir begrüßen es daher, daß Bäck 1 In der Festschrift zum 70. Geburtstage des OKR Dr. Kroner. 1917. S. 152 ff. ,

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