Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Protokoll der Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums am 27. Dezember 1917 [Nachricht] / Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 1)
- Language
- German
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86 Protokoll. Protokoll der Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums am Mittwoch den 27. Dezember 1916, vormittags 10 Uhr im Büro des D1GB. Berlin, Steglitzerstr. 9. Anwesend die Herren Guttmann, stellv. Vorsitzender, Adler, Bloch, Brann, Cohen, Elbogen, Freimann, Geiger, Kalischer, Lukas, Maybaum, Porges, Sobernheim, Weiße, Nathan. Entschuldigt die Herren: Blau, Kroner, Poznansky, Schwarz, Simonsen, Steckelniacher, Werner. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt der stellvertr. Vorsitzende dem tiefen Schmerze aller Anwesenden über den schmerzlichen Verlust Ausdruck, der die Gesellschaft durch den Heimgang ihres ersten Vorsitzenden, des Herrn Prof. Martin Philippson, betroffen habe. Was Martin Philippson für unsere Gesellschaft, deren vornehmster Mitbegründer und Leiter er gewesen sei, für die Wissenschaft und für das Judentum bedeutet habe, das darzulegen, werde die Aufgabe der heutigen Gedächtnisfeier sein. Er wolle nur betonen, was er uns persönlich gewesen sei. »Philippson war ein Führer von wahrhaft vorbildlicher Art, er hat es verstanden, durch die Vornehmheit seiner Gesinnung, durch die Liebenswürdigkeit seines Herzens sich die Zuheigung aller seiner Mitarbeiter zu erwerben. Die Mitarbeit in Gemeinschaft mit einem solchen Manne war für einen jeden von ihnen . eine Freude; gern ordneten sie sich ihm unter, nicht nur wegen seiner geistigen Überlegenheit, sondern auch wegen seiner ganzen Persönlichkeil Unermüdlich war er in seinen Anregungen, in seiner Fürsorge für die Gesellschaft, die ihm persönlich am Herzen lag. Dabei ordnete er sich aber auch dem Urteile anderer, das er gern und willig hörte, unter. In nie getrübter Eintracht und in ständigem Einvernehmen haben wir mit ihm in unserer Gesellschaft zusammengewirkt, ftire Leistungen sind zu einem großen Teile seiner Einwirkung und seiner Tätigkeit zu verdanken. Nun ist er uns genommen, unsere Gesellschaft war infolge einer Verkettung von widrigen Umständen nicht einmal bei seiner Bestattung vertreten. Aber im Herzen waren wir an seinem Grabe und haben mitgetrauert um den großen Verlust, den die Judenheit und unsere Gesellschaft erlitten hat«. Der Redner stellt zu Protokoll fest, daß die Anwesenden sich während seiner Rede zu Ehren des Verblichenen erhoben haben. Er gibt sodann noch Kenntnis von dem Dankschreiben, welches der Ver-