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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Vierzehnter Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
Date
1917-01-01
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Vierzehnter Jahresbericht. ־ 85 anderen Mitarbeiter widmen sich den von ihnen übernommenen Aufgaben, soweit dies in dieser schweren Kriegszeit möglich ist. Von dem Maimonideswerke ist diesmal nichts Besonderes zu berichten. Wenn mit Gottes Hilfe der Friede wieder eingekehrt sein wird, hoffen wir dieses Werk bald seiner Vollendung entgegenführen zu können. Die Zinsen der Ludwig Philippson-Gedächtnisstiftung wurden im Berichtsjahre dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde-Berlin zu Gunsten jüdischer Lehrer Ostpreußens zur Verfügung gestellt. Der Gemeindebund erwarb hierfür eine größere Anzahl der Werke von I. El bogen, »Der jüdische Gottesdienst«, T. Herford, »Das pharisäische Judentum«, H. Steinthal, »Über Juden und Judentum«, und der vom Verbände der Deutschen Juden herausgegebenen Sammelschrift »Soziale Ethik im Judentum«. Wie aus dem vorstehenden Berichte hervorgeht, hat auch in dem abgelaufenen Jahre unsere Arbeit für die Wissenschaft des Judentums nicht geruht. Im Gegenteil können wir mit Stolz darauf hinweisen, daß wir trotz der Not derZeit mehrere wissenschaftlich hervorragende Werke herausgeben konnten, welche die verdiente Würdigung berufener Beurteiler inzwischen gefunden haben. Auch sonst ist das Interesse für die Wissenschaft des Judentums gerade im Berichtsjahre mehrfach bedeutsam in die Erscheinung getreten. Offenbar ist das Bedürfnis, das Judentum in seinem geistigen Leben und Schaffen, seine Geschichte und seine Gedankenwelt näher kennen zu lernen, bei den gerechter Denkenden und wissenschaftlich Interessierten auch außerhalb unserer Religionsgemeinschaft aufs neue erwacht und hat sich stärker als bisher geltend gemacht. So sind gerade in der letzten Zeit wiederholt Stimmen laut geworden, der Wissenschaft des Judentums endlich auch eine Stätte an den deutschen Universitäten zu bereiten und ihr damit den bisher versagten berechtigten Platz im Reiche der wissenschaftlichen Forschung einzuräumen. An diesem Erfolge mitgewirkt zu haben, darf unsere Gesellschaft mit Recht für sich in Anspruch nehmen. Sie wird auch in Zukunft bestrebt sein, getragen von der Treue, dem Vertrauen und der tätigen Anteilnahme ihrer Mitglieder, in gleicher Weise weiterzuwirken zum Heile des Judentums, zum Segen der Wissenschaft und zur Verständigung über die die Völker vereinigenden idealen Ziele der ganzen Menschheit. Im Dezember 1916. Guttmann. Bloch.

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