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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Vierzehnter Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
Date
1917-01-01
Page
81 (sequence 1)
Language
German
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Vierzehnter Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Zu unserem größten Schmerze müssen wir den nachstehenden Jahresbericht wiederum mit einem Nachruf eröffnen. In dem abgelaufenen Berichtsjahr hat unsere Gesellschaft den schwersten Verlust erlitten, der sie seit ihrer Begründung betroffen hat. Kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres ist ihr erster Vorsitzender, Herr Professor Dr. Martin Philippsoti nach einem an wissenschaftlichen Erfolgen und an Arbeit für das Judentum selten reichen Leben dahingeschieden. Seit der Begründung unserer Gesellschaft, zu der er mit die Anregung gegeben hat, stand er an ihrer Spitze. Ein Mann von hoher wissenschaftlicher Begabung, von inniger Liebe zum Judentum beseelt, hat er sich mit tiefem Verständnis für die Ziele unserer Gesellschaft, mit nie ermattendem Eifer, mit hingebungsvoller Freudigkeit ihren Aufgaben gewidmet. Was unsere Gesellschaft während ihres vierzehnjährigen Bestehens geleistet hat, das hat sie vor allem seiner Führung und Mitarbeit zu verdanken. An den Unternehmungen der Gesellschaft hat der Verewigte sich selbst in hervorragender Weise beteiligt durch das für den Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums gelieferte dreibändige Werk, das die Neueste Geschichte des jüdischen Volkes behandelt, und in dem er unserer Wissenschaft auf einem bisher noch gar nicht in Angriff genommenen Forschungsgebiet eine durch die erstaunliche Fülle des mühsam herbeigebrachten Materials und durch die Klarheit und den Gedankenreichtum der Darstellung ausgezeichnete Arbeit dargeboten hat. Sein Verlust ist für unsere Gesellschaft unersetzlich. Ein schwacher Trost ist es uns, daß wir ihm noch kurz vor seinem Tode die ihm anläßlich der Vollendung seines siebzigsten Lebensjahres gewidmete Festschrift »Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden« überreichen konnten, ein Werk, das, wie er es in einem an den stellvertretenden Vorsitzenden gerichteten Schreiben ausgesprochen hat, ihm selbst noch große Freude bereitet und das inzwischen bei der Kritik eine überaus Monatsschrift, 61. Jahrgang. 6

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