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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 1 · p. Seite 47

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 1
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 47 (sequence 22)
Language
German
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Lazarus Bendavid. 47 ist 1750 geboren und 1771 nach Berlin gekommen1), Isak Euchel ist 1756 geboren und Markus Herz, 1747 geboren,, ist erst um das Jahr 1770 wieder nach Berlin gekommen2). In der Vorrede zur ersten Auflage seiner Vorlesungen über die Kritik der reinen Vernunft entschuldigt sich Bendavid wegen einer gewissen Sprunghaftigkeit, die ihm als Schriftsteller wie als Menschen anhafte. »Ich überspringe dann, sagt er von seiner Darstellung, gewisse Mittelbegriffe, auf die ich baue, die dem Uneingeweihten nicht stets bekannt zu sein brauchen, und gehe dann rasch zu Werke: ein Fehler, den meine literarische Laufbahn mit meiner moralischen vielleicht gemeinschaftlich hat, und wodurch ich in beyden sehr oft unverständlich bleibe«. Diese Sprunghaftigkeit seines Wesens offenbart sich auch in seinem Verhalten dem Judentum gegenüber. Wir haben gesehen, wie er schon als Knabe von schwärmerischer Frömmigkeit zu einem Ungläubigen geworden war und wie er dann nach dem Tode des Vaters wieder einen Anschluß an die 1) Für die Beziehungen Bendavids zu David Friedländer legt die Kopie eines Briefes in Bendavids Nachlaß Zeugnis ab, der, Wien d. 9. Februar 1793 datiert und an Friedländer gerichtet, von einer Schrift handelt, dieB. an Friedländer zur Veröffentlichung, wahrscheinlich im Measseph, gesandt hatte, deren unveränderten Abdruck aber, wie ihm Dr. Oppenheim mitteilt, F. wegen der »zu freien Ausdrücke« abgelehnt habe. Es handelt sich wohl um die dann irf Leipzig (1793) erschienene Schrift: »Etwas zur Charakteristik der Juden«. Ferner findet sich im Nachlaß die Kopie einer Denkschrift über die zweckmäßigste Einrichtung der jüdischen Schulen in Südpreußen, die an den König gerichtet ist und zu der auf Veranlassung des Königs auch die Gutachten von Euchel und Bendavid vom Verfasser waren eingeholt worden. Der Name des Verfassers ist in der Kopie nicht genannt. Es dürfte aber wohl kaum ein anderer als David Friedländer sein. Ich lasse dieses nicht unwichtige Dokument im Anhang zu dieser Abhandlung abdrucken. 2) Markus Herz hat B. den zweiten Teil seines Werkes »Versuch über das Vergnügen« (Wien 1794) gewidmet. Dem jungen Börne, der zu seiner Ausbildung im Hause von Markus Herz als Pensionär untergebracht war, erteilte Bendavid Unterricht in der Logik und Mathematik (Briefe des jungen Börne an Henriette Herz S. 13—14. 68).

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