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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 1
Article
[Nachricht] / Brann, Marcus
Date
1915-01-01
Page
Seite 36 (sequence 2)
Language
German
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36 Kurze Mitteilungen und Besprechungen. ihre Anhänger den Gehorsam verweigern. Für die Minderheit der Leser, die den Schulchan aruch nicht sofort bei der Hand haben, bemerke ich, daß die betreffende Ziffer von der Strafe für die verläumderische Beleidigung verstorbener Gelehrten handelt. [3[ Im ersten Heft des 34• Jahrgangs der ZATW (1914), S.31ff., behandelt J. Böhmer die Frage, »wieviel Menschen am letzten Tage des Hexaemerons geschaffen» worden sind. Dabei kommt er auf das Problem zu sprechen, ob dem Erzähler (seil, von Gen. c. 1) zuzutrauen sei, daß »er dem Weibe die analoge Herrschaft über die Tier- und Pflanzenwelt zugeschrieben habe, wie dem Manne«, und bemerkt wörtlich: »Diese Frage stellen heißt sie verneinen, wofür das AT Zeuge ist. Eine Religion, deren Bekenner noch heute beten: בא״י וכר' שלא עשני אשה (Sachs, Gebetbuch der Israeliten S. 6) und in diesem Punkte sich Platos Sterbegebet gleichstellen; eine Religion, deren Kultzeichen die Beschneidung ist, und der die Frau gemäß Gen. 2,18 ff. als den Tieren (so oder so) gleichgeordnete »Hilfe« des Mannes gilt, um nur einige Charakteristika zu nennen, ja die noch im NT Ausläufer wie 1 Kor. 7, ferner II 7— 10 hat: für eine solche Religion ist der Gedanke, daß auch das Weib Gottes Bild und an der Herrschaft der Welt beteiligt sei, schlechthin unvollziehbar.« Fast möchte man hiernach glauben, daß der gelehrte Pfarrer, Lizentiat und Doktor über das Studium der ersten beiden Kapitel der Genesis nicht hinausgekommen ist. Denn von einer Mutter wie Rebekka oder jochebed oder Hanna, von einer Schwester wie Mirjam, einer Gattin wie Abigail oder der Sunemiterin, einer Schwiegertochter wie Ruth, einer Heldin wie Deborah oder Jael ober Judith, einer Prophetin wie Hulda, einer Königin wie Atalja oder Salome Alexandra und von einem Dichter wie dem am Ende des Spruchbuchs, scheint er noch heute nichts zu ahnen. Daß Menachoth, 43 b, ihm unbekannt ist, versteht sich von selbst. Denn für einen grundgelehrten protestantischen Theologen gebührt sich bekanntlich eine abgrundtiefe Unwissenheit auf dem ganzen Gebiete der Halacha. In der Deutung von I, 1,27 im Vergleich zu 2,18 ff. hat aber m. E. bereits Joseph Bechor Schor den Nagel auf den Kopf getroffen. Allerdings spricht der Wechsel der Suffixa in I. 1,27, wie Herr Böhmer (S. 34> sagt, ^Bände«. Nämlich Bände gegen ihn und Bände für Bechor Schor. Im übrigen hat Zscharnack (in Religion in Geschichte und Gegenwart II, 1000 f.) gründlich und überzeugend nachgewiesen, daß

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