Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 6)
- Language
- German
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Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings. 85 werth gewesen seyn, welches schwerlich anzunehmen isP). Und sind hievon keine im Ausland versichert gewesen? In Kopenhagen sind 400 iüdische Familien. In Norwegen durften sich keine deutsche Juden niederlassen*), wohl aber dänische. Keiner benutzte die Freiheit^), es fand sich kein Jude in Norwegen. Jetzt ist den Juden der Aufenthalt daselbst versagt. Die Norwegischen Bankzettel sind ietzt 45 p. schlechter als die Dänischen. Nathanson folgert hieraus, daß die Juden keinen Einfluß auf den Cours haben, und vertheidiget sie gegen Rühs* 2 * 4 * 6) und Spicker. Im Jahre 1813 entstand in Kopenhagen die Fehde für und wider die Juden. Thaarup, Horrebow, Bastholm und sieben studiosi typographiae waren die Gegner. Bäreus, Baggesen, Höst, Bücher, Euchel?), Nathan, David Werfel die Vertheidiger. Die Bischöfe Balle und Hiort, die Pröbste Klaussen und Gutfeld, die Pastoren Bernsen, Paludan und Michelsen, die Etatsräthe Olsen, Prarn^), Rosenstand und Kirstein erklärten sich für die Bekenner des Mosaischen Glaubens. Nathanson ward dadurch veranlasst, eine Übersicht der Geschichte des neuesten Handels und Geldwesens Dänemarks dem H. Jens Kragh Höst, dem Übersetzer der Lüderschen Schrift »Von der Veredlung der Juden«, mitzutheilen, wovon er hier einen Auszug liefert. Er behauptet, daß niemals viel klingende Münze im Lande gewesen ist, und hält es für mislich, Geld in Waaren zu verwandeln, weshalb Dänemark auf einmal verarmte, als es mit 600 Schiffen 60 Millionen Mk. Beo. verlohr. S. XXIV bemerkt er, dass mittelst der Kaperei eine Menge Waaren besonders Ostsee Producte nach Kopenhagen kamen. Die Zahl der Juden wird auf 2400 Seelen, 1170 männlichen und 1230 weiblichen Geschlechts, 740 erwachsene Mannsleute und 430 Knaben, 25 Grossirer, 50 Studirende und Künstler, 140 Handwerker, und verrollirte Matrosen angegeben. Sie haben 34 Fabriken angelegt. Die Söhne der begüterten Mosaiten, gehen theils in iüdischen theils in Christlichen Schulen, die Töchter ausschließlich in Christen Schulen. Die Übersicht die der Vf. vom Handels und Geldwesen giebt *) Auch diese Angaben sind ungenau, vgl. Rulus 1807—1814 p. 352 ff. , 2) Ein Geleitsbrief für einen Juden aus Altona 1839, s. Mitteil* z. jüd. Volksk. III, S. 63. s) Vgl. Jew. Encycl. VII, 48, 2. 4) Vgl. Phiiippson a. a. O. 92. *) Vgl. Jew. Enc. V, 265. 6) Vgl. Cohen a. a. O. 394.