Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Aus dem Nachlaß Augusts von Hennings1). Von Dr. Max örunwalä. Der literarische Nachlaß des bekannten Freundes Moses Mendelssohns, des dänischen Etatsrats August von Hennings (1746—1826, vgl. ADB), enthält u. a. Aufzeichnungen, die für die Geschichte der jüdischen Zeitgenossen von Belang sind. So zunächst über die von Börne gegeißelten, von Isler, G. Riessers Ges. Schriften 1 114 und 1532), Graetz (Gesch. d. Juden XI 819 ff., 356 ff.) und Philippson (Neueste Gesch. d. jüd. Volkes 191 f.) berührten Judenrevolten in Deutschland und Dänemark (vgl. Jew. Enc. »Denmark«) 1819. Hennings schreibt hierüber: . Bd. 25, S. 126. Die Juden Verfolgungen erregten die Beobachtung des Publicums. In Hamburg war, wie es scheint, nicht der Zeitgeist, sondern eine örtliche Veranlassung Schuld daran. Ein sehr reicher Bankier, der ehemals Jude gewesen war, und eines der größten Häuser in Hamburg bewohnte und hielt, Namens H e k s c h e r3), hatte sich verleiten lassen, in Pyrmont Uhren und Kostbarkeiten zu stehlen. Er kam nach Hamburg, ward für wahnsinnig erklärt und unter Curatel gesezt. War es nun, daß dieses dem Volke nicht genügte, oder war ג) Gegenwärtig in Verwahrung der Hamburger Stadtbibliothek. Vgl. Grunwalds, Aug. v. Hennings, der Freund Mos. Mendelssohns im Jahrbuch für jüd. Gesch. u. Literatur 1908, S. 127 ff. 2) Über den Hamburger Judenkrawall vgl. [Lyser,] »Aus Ham״ bürg« in Siegm. Engländers »Salon«, Wien 1847. s) Auf ihn bezieht sich wohl das Spottbild »Place de Repos de Juif Heckscher« bei Grunwald, Hamburgs deutsche Juden S. 150 Nr. 100.