Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Protokoll über die Generalversammlung [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] am 5. Januar 1907 [Nachricht] / Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Mitteilungen der Gesellschaft. IV. Protokoll über die Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft am 5. Januar 1907. Eröffnung 9J/2 Uhr. Der neugewählte Ausschuß konstituiert sich. Es wurde Prof. Philippson zum Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Guttmann, Breslau, zu dessen Stellvertreter, Dr. Gustav Karpeles zum Schriftführer, und Dr N. M. Nathan zum Stellvertreter des Schriftführers gewählt. Schluß der Sitzung 10 Uhr. Besprechung. . de Haas, Philipp, Ungedruckte Stücke aus den Breslauer deutschen Mahzor-Handschriften, mit Übersetzung und Erklärung. Berlin, L. Lamm, 1906. 107 S. 8°. Der Verfasser macht uns mit einer Anzahl ungedruckter religiöser Dichtungen vorzüglich deutscher und französischer Peitanim bekannt (R. Meir aus Rothenburg, R. Efraim aus Bonn, R. Jakob b. Isak ha-Lewi, R. Jehuda b. Samuel [ha-Chasid?], R. Josef Kimchi R. Joez b. Malkiel u. A.), was wir freudig begrüßen. Freudig begrüßt zu werden verdient aber schon die Tatsache, daß H. den Mut gefunden hat, in einer Inauguraldissertation ein neuhebr. Thema zu behandeln, und daß der Lohn dieses Mutes nicht eine arge Enttäuschung war. Die Dissertation ist in Straßburg angenommen worden, und das ist entschieden ein Fortschritt. Vielleicht wird sich doch die Erkenntnis Bahn brechen, daß die hebr. Poesie des Mittelalters wert ist, wissenschaftlich erforscht zu werden, und daß bei ihrer Erforschung — von dem *Ding an sich« abgesehen — Grammatik, Lexikographie und Bibelexegese viel gewinnen können, namentlich soweit die Geschichte dieser Disziplinen in Betracht kommt. Daß auch einem jüdischen Theologen die wissenschaftliche Behandlung und Bearbeitung der mittelalterlichen Dichtungen nicht so leicht fällt, wie, man in Professorenkreisen glaubt, wissen die Eingeweihten sehr wohl; einen neuen Beweis hierfür liefert die vorliegende Schrift, die ausführlich besprochen werden soll, weil sie nach vielen Jahren die erste Promotionsschrift auf diesem Gebiete ist und hoffentlich bald Nachahmung finden wird. Der Verfasser hat sich redlich Mühe gegeben, eine gute Arbeit zu ״liefern. An die Resultate seiner Forschung haben zwei hervorragende Gelehrte, die •Professoren Landauer und Nöldeke, die