Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der "Monatsschrift"
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2829132-2829803-2829805-2846263--35044-2846304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Geschichte der Monatsschrift. 15 Sätzen sind allein 729 dem Anbau und der Pflege der jüdischen Geschichtsschreibung gewidmet. 455 haben die Geschichte der Juden, 274 die Geschichte der jüdischen Literatur zum Gegenstände. Einen zweiten Mittelpunkt der Studien bildete das eigentliche Erbgut der Väter, die Erforschung der Bibel und des Talmud. Mit gleicher Arbeitslust, Gediegenheit und Gründlichkeit wurde dieses unermeßliche Feld bebaut. Die Beiträge zur hebr. und aramäischen Grammatik und Lexikographie, zur Geschichte der Sprachforschung bei den Juden, zur Erläuterung ganzer Bücher und einzelner Stellen der hl. Schrift, die kritischen Einzeluntersuchungen über die aramäischen und griechischen Bibelübersetzungen, die philologischen Abhandlungen über die fremdsprachlichen Elemente der talmudischen Sprache, die Beiträge zur biblischen und talmudischen Einleitung, zur Geschichte der Halacha und Haggada, zur Exegese der talmudischen Schriften und zur biblischen, talmudischen und rabbinischen Altertumskunde, belaufen sich auf die stattliche Zahl von 653 und förderten zahlreiche Ergebnisse zu Tage, die einen dauernden und bleibenden Wert für die Wissenschaft besitzen. Im weiten Abstande bleiben dahinter die Forschungen im Bereich der systematischen mit 60 und der praktischen Theologie mit 43 Abhandlungen zurück. Hier sind zugleich die Aufgaben gestellt, welche die Zukunft zu lösen hat, hier die Mahnung, die sich an das jüngere Geschlecht richtet. Es muß mit Ernst und Eifer die Durchforschung der literarischen Schätze, welche die Vorzeit uns überliefert hat, fortgesetzt und gefördert werden. Es müssen die Mängel und Lücken des bisherigen Entwicklungsganges der Wissenschaft des Judentums allmählich geglättet und ausgeglichen werden. Jeder einzelne hat in den Riß zu treten mit der Kraft, die ihm verliehen ist, hat das Dunkel zu lichten und die ungepflegten Stege