Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Geschichte der Juden in Münster (Westfalen)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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92 Zur Geschichte der Juden in Münster (Westfalen). evident! utilitate ecclesie nostre predicte exposite, in quibus sibi titulo iuste debiti obligamur, restitute sint integraliter. Ultra illas triginta sex marcas predictorum denariorum, pro quibus predicta domus et synagoga Everhardo Schotelmaft presbytero per precessorem nostrum secundum tenorem literarum desuper traditarum fuit quibusdam trans־ actis temporibus assignata. Dolo et fraude exclusis in premissis...« Aus obiger Urkunde folgt, wie Huyskens schließt, daß die Juden in Münster bald nach 1350 nicht mehr geduldet worden sind. »Die Überweisung der Judenscharne, der Synagoge und alles dessen* was dazu gehörte, an Bernhard Steveninch1) beweist, lauten seine Schlußworte, daß die von Kerssenbroick behauptete Zerstörung im Judenviertel nicht vor 1380 stattgefunden haben kann«2). Denselben Zeitpunkt läßt er auch für den Friedhof, der außerhalb der Stadt lag, gelten. Ergänzend sei hier bemerkt, daß bereits Wiener in seiner ausführlichen Besprechung von Gierses Schrift, Die Geschichte der Juden in Westfalen, auf eine im dritten Ergänzungshefte zu Böhmers Regesten enthaltene Urkunde vom 13. März 1338 hin weist, nach welcher König Ludwig der Baier dem Hamann von Hattstadt das Haus, welches ג) Im 14. Jahrh. hatten oft Mitglieder der Familie Steveninch den Posten eines Bürgermeisters in Münster inne. Huyskens nennt S. 136, A. 2, unter Hinweis auf Sauer (a a. O. S. 194) Johann und Heinrich Steveninch, die 1358 von Bischof Adolf mit »terrae spacium iuxta balneum Judaeorum« belehnt wurden. Bernd Steveninch, für den Bischof Florenz die Belehnung 1366 wiederholte, ist nach Huyskens Annahme der in der Urkunde Pothos genannte. — Ein Everhard Schotelman wird laut Bemerkung Huyskens a. a. O. bei Niesert, Münstersche Urkundensammlung, Bd. 4, S. 289 f, in einer Urkunde vom Jahre 1346 erwähnt. 2) S. 136, A, 3 verweist Huyskens aufBahlmann a. a. O. S. 384, der »dem Versuche Gierses, das Jahr 1400 als Zeitpunkt der Juden- Vertreibung nachzuweisen, entgegentritt«. Vgl. hierzu auch Wiener in Rahmers Jüd. Literaturblatt, VIII, 1879, Nr. 2, S. 8.