Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Nordafrika bis zur Invasion der Araber
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 24)
- Language
- German
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Die Juden in Nordafrika bis zur Invasion der Araber. 45־ schrieb1), bildete bis zu dieser Zeit ein unabhängiges Ge~ meinwesen, das ,weder den Römern, noch den Vandalen zinsbar war. Als aber diese Stadt von Beiisar erobert wurde, wurden sämtliche Bewohner zur Annahme des, Christentums gezwungen und die Synagogen und heidnischen Tempel in Kirchen... verwandelt. Die besondere Härte Justinians gegen die Juden in Afrika läßt darauf schließen, daß diese auch in dem Kampfe des Beiisar gegen die Vandalen auf seiten der letzteren gestanden und tapfer mitgekämpft hatten, was bei der Angst der Juden vor den fanatischen Byzantinern nicht zu verwundern wäre. Zum Glücke konnte die feindselige Gesinnung des. Kaisers den afrikanischen Juden nicht mehr für die Dauer verhängnisvoll werden, da sich die Verhältnisse in; Afrika noch zu Lebzeiten Justinians derartig gestalteten, daß die Statthalter zu sehr auf die Verteidigung ihrer von den Eingeborenen bedrohten Gebiete bedacht sein mußten, als daß sie daran denken konnten, die Judengesetze mit. 1j Eine ähnliche Tradition besitzen die Juden der Insel Dscherba (im Syrten-Meere, gegenüber der Stadt Sfaks in Tunesien), nach welcher die dortigen Juden in der Zeit des babylonischen Exils sich daselbst niedergelassen hätten. Diese Ansiedler wären insgesamt, Priester aus Jerusalem gewesen, weshalb fast alle Juden der Insel auch heute als »Kohanim« gelten. Es herrscht unter diesen Juden der Glaube, daß kein Jude vom Stamme Levi auf dieser Insel leben könne, da ein solcher daselbst schon nach wenigen Tagen vom Tode dahingerafft werde. Wenn daher einer der Sendboten, die oft aus dem heiligen Lande zur Einsammlung von Spenden nach Nordafrika, dirigiert werden, zufällig »Lewite« ist, dann darf er die Insei nicht betreten, sondern muß vom Festlande aus einen Stellvertreter hinüber--, senden. Es gibt auf der Insel eine uralte Synagoge, deren Erbauung jenen ersten priesterlichen Ansiedlern zugeschrieben wird, und noch heute spenden die tunesischen Juden jährliche Beiträge zur Erhaltung dieser heiligen Stätte. (Cahan, in Recueil des notices et memoiies de la Societe archeologique de la Constantine 1876, IX,. S. 166, Note 2.)