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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 1
Article
Der Anteil der jüdischen Freiwilligen an dem Befreiungskriege 1813 und 1814
Date
1906-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Der Anteil d. jiid. Freiwilligen an d. Befreiungskriege 1813/1814. vielfach von ihren Vorgesetzten bescheinigt. So dem Ulanen Deutschmann im 1. brandenb. Ulanenregiment; so dem David Salomon im I. Bataillon des 10. schlesischen Landwehrregiments, dem, wegen seines ausgezeichneten Mutes bei der Erstürmung von Probstheida am 18. August 1813, Prinz August von Preußen das Eiserne Kreuz verschaffte, und der sich auch 1815 auf das wackerste hielt1). Im ganzen haben während der Feldzüge 1813, 1814 und 1815 nicht weniger als 72 Juden das Eiserne Kreuz für Kombattanten, vier den russischen St. Georgsorden, vier das Militärehrenzeichen erhalten. Das Eiserne Kreuz am weißen Bande, für Nichtkombattanten, wurde 5 Ärzten, einem Kaufmann, einem Gutsbesitzer jüdischen Glaubens verliehen2). Zu Unteroffizieren bez. Oberjägern und Tamburmajors wurden 21 Juden, zum Portepeefähnrich 1, zu Sekondeleutnants 19, zu Premierleutnants 3 befördert — alles junge Soldaten, die frühestens 1813 in das Heer getreten waren. Ein jüdischer Arzt wurde Regimentsarzt. Wir glauben, diese Zahlen sprechen für sich! Verwundet wurden, soweit die höchst mangelhaften Listen das angeben, 27, von dem Feinde getötet, an Wunden oder Krankheit dahingerafft 26 Juden, vermißt — also wahrscheinlich gleichfalls getötet — 2. Diese Zahlen bleiben weit unter der Wahrheit, da ja die Listen vieler Regimenter und beinahe der gesamten Artillerie fehlen. Aber sie genügen, um zu beweisen, daß die Juden im vaterländischen Heere mit ihrem Blute nicht geizten, sondern es mutig für die Befreiung Deutschlands darbrachten. Höchst wunderbar, beinahe unglaublich klingt die Geschichte einer jüdischen Frau, die, gleich der Leonore >) Die Juden als Soldaten (3. Auf(., Berlin 1897), S. 1. 3. 2) Das alles hauptsächlich nach den offiziellen Listen, sowohl in den Akten des Kriegsministeriums wie in den (freilich mangelhaften) gedruckten Grdenslisten von 1817 und 1825; ergänzt durch anderweitige Mitteilungen.

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