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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 100

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Eine Confrontation zwischen Glückel Hameln's Memoiren und den alten Hamburger Grabbüchern
Date
1905-01-01
Page
Seite 100 (sequence 5)
Language
German
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100 Eine Confrontation. (resp. einer seiner Vorfahren) eine Zeit lang in Stade1) gelebt hat; Glückei hat wahrscheinlich davon erzählt, aber gerade das betreffende Blatt (Memoiren S. 24) ist verloren gegangen. Wir lernen aber ferner, dass מעלרייך (Memoiren S. 29) oder, wie Memoiren S. 30 richtiger steht מעלריך, nicht Mehlreich zu umschreiben ist, sondern mit hebräischer Präposition »aus Ellrich« zu verstehen ist2). Dann begreifen wir jetzt, dass Giückel nichts vom Todeslager ihrer Mutter uns erzählt, — die alte Frau lebte eben noch, als Glückei nach Metz zog. Der Name Me-Ellrich kommt noch in der ganz verdorbenen Form Melzer vor. Unter diesem Stichnamen finden wir S. 279 Nr. 2915 (1089), dass Mate, Frau des Na tan, geb. Jacob, am 14. Tammus 5416 gestorben ist. Die erwähnte fromme Frau ist Glückeis alte Grossmutter Mate, welche (s. Memoiren S. 36—8) über der Pflege der — wegen der Kosakenverfolgungen — nach Altona geflohenen »Wilnaer« gestorben ist (vgl. Grunwald, Portugiesengräber S. 23 und S. 53, woselbst für 1646 zu lesen ist: 1656). Neben Glückeis oben erwähnter Mutter, Bella, hatte sie noch eine mit der Memoirenverfasserin gleichnamige Tochter, die mit Jacob Ree verheiratet war. Da hier ein wirklicher Familienname vorhanden ist, finden wir sie sogleich S. 289 Nr. 3517 (922): Glücklein, Frau des Jacob Ree, geb, Natan Meirich, gestorben 13, Ijar 5433. Grunwald hat also hier weder das falsche Mehlreich noch das richtige Me-Ellrich, sondern ein Zwischending. Die dankenswerten Verweisungen Grunwalds lassen jedem leicht eine Anzahl der Kinder des Ehepaares Ree auffinden; später kommen *) Stade war im allgemeinen den Juden verschlossen; s. Schudt jüdische Merkwürdigkeiten I S. 368. Einen jüdischen Arzt in Stade erwähnt Grunwald S. 7. 2) Wie in dem von Kaufmann erklärten מויא: aus See. S. 242, Nr. 786 kommt ein Menachem Ellrich vor, der S. 16 Nr. 40 M. aus E. heisst. Ellrich bei Nordhausen ist eine alte Gemeinde; im Jahre 1349 wurden auch dort Juden gemordet.

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