Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 3)
- Language
- German
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96 Besprechungen. Die zweite Abtheilung bringt folgende Abhandlungen: 44. ,פי לפי בשלח, aus einer Handschrift herausgegeben. Yon Dr. M. F r i e d 1 an־ der. (7 SS.). — 45. פי׳ ר׳ יוסף ללא על איכה. Herausgegeben von Sa). Bub er. (44 SS.). — 46. נוסדזא בקדיש, ein Genisa-Fragment. Herausgegeben von s. Sch echt er. (3 ss.). — 47.לתולדות הכנסיות הישראליות בליטא בימי המאה החמישית לאלף הששי. Yon s. p. ]Rabbinowitz. (14) .(שפ״ר ss.). — 48. מפנקסי הקהל בקראקא לקורות ישראל וחכמיו רבניו ומנהיגיו בפולוניא בכלל ובקראי״א בפרט. Von j.H.Wettstein(i6 ss.). — 49. דורש רשומות והוא רשימת הדברים אשר הו״ל החכם המנוח ז״ל מתוך כ״י. Von N. J. Halberstam sei. And. (28 SS.). Budde Carl, Die sogenannten Ebed-Jahwe-Lieder und die Bedeatung des Knechtes Jahwes in Jes. 40—55. Ein Minoritätsvotum. VI u. 41 SS., 8° Giessen, J.-Richer, 1900. Der Yerf. deutet den ״Knecht Gottes“ als identisch mit dem Volte Israel. Gegenüber der von den meisten neueren Erklärern aufgestellten Unterscheidung zwischen dem eine Mehrheit darstellenden Knechte und einem zweitem Knechte in persönlicher Bedeutung hält der Yerf. daran fest, dass die Jes. 418 gegebene Gleichsetzung des Ebed mit dem Volke Jsrael für alle Stellen ohne Ausnahme gilt. Das am meisten angegriffene Stück 521$—5312 enthält alle Merkmale, die in der modernen Exegese gerade für eine collektivische Bedeutung des Ich in Anspruch genommen werden; ebenso wie in c. 49 sind die ungeheuren Yeränderungen im Schicksal. des Knechtes und seiner Wirksamkeit auf die Heiden nur bei einer Gesammtheit verständlich. Für beide Reden ergiebt ausser־ dem die Verbindung mit den vorhergehenden Stücken nothwendig die allgemeine Bedeutung des Knechts. Zu demselben Resultate führt auch die Untersuchung des Inhalts von 421—7 und 504-9, deren viele Be- Ziehungen zu den voraufgegangenen Schilderungen deutlich ergaben, dass wir es mit einer Personificiriing des Volkes Isr. zu tbun haben. Der Beweis des Yerf. gipfelt darin, dass die als besondere ״Knecht- Gottes-Lieder“ ausgeschiedenen Stücke sich streng in den Zusammenhang einfiigen und das Ganze von 40—55 eine einzige grosse Rede ist. Der Veif. timt des Guten entschieden zu viel, wenn er seinem Wunsehe, das Volk Isr. deutlich genannt zu sehen, sogar das poetische ישכיל in 52u opfert und dafür ישראל einsetzen will. - So wären wir denn auf dem Umwege einer langen, zum grössten Teil auf unbeweisbaren Hypothesen gegründeten Diseussion wieder bei der einfachen Erklärung angelangt, die schon bei Raschi zu lesen ist. Wer gewohnt ist, sich auch hei diesem Meister der SchrifterkLärung Rat zu holen, wird also im vorliegenden Schriftchen nicht viel Neues finden; immerhin aber verdient dasselbe bei der herrschenden Zerstückelungstendenz, die in Duhm’s Commentar ihre beredteste Vertretung, und in dem Monstrum von Jesaias-Ausgabe der ״Regenbogenbibel“ einen geradezu beängstigenden Ausdruck gefunden hat, mit Freuden begrüsst zu werden. I. Elbogen. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaction verantwortlich: Dr. M. Brann, Breslau. Druck von Adolf Alkalay & Sohn, Pressburg.