Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ursprung des Familiennamens Wal
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
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Ursprung des Namens וואל. 93 In Wahrheit ist weder an ״W a b 1“ noch an ״W e i 1“ noch an ״w <5 1“ zu denken. Sondern וואל bedeutet einfach der ״ W elsche“, der ״Italiener“. Rabbi Saul וואל, der sich nachher in Bresc Litewsk niedergelassen hat, war bekannt- Jich der Sohn des Rabbi Samuel Jehuda Katzenellenbogen, Rabbiners in Padua, und kam aus Italien nach Polen zunächst zu vorübergehendem und dann zu dauerndem Aufenthalt. Nach seinem Heimathslande Italien nannte man ihn darum וואל, d. h. der ״W elsche“, gerade so wie wir die aus Italien stammenden Nüsse Wal nüsse, d. h. welsche Nüsse nennen. Einen schlagenden Beweis dafür habe ich im hiesigen Staatsarchiv gefunden, woselbst in einer Urkunde der Name וואל mit ״Wloch“ d. h. der Italiener übersetzt wird. Es findet, sich nämlich hierselbst eine polnische Schuldurkunde aus dem Jahre 1623, nach welcher der Jude Markus Wloch aus Krakau von dem hiesigen christliehen Kaufmann Wojciech Chodrowiez 2500 polnische Gulden, (den Gulden zu 30 Groschen,) entliehen und seinem Gläubiger sein Haus und seine übrigen bewegliehen und unbeweglichen Güter verschrieben hat. Diese Urkunde unterschrieb der Jude in hebräischen Schriftzeichen wörtlich wie folgt: ״מאיר בן לא״א ישי יכנה ז״ל אשכנזי הנקרא "*5מאיי וףא. Daraus ergiebt sich, dass W 1 0 c h die Uebersetzung von ״ו ו א ל״ ist. Und gerade so wie Rabbi Meir וואל aus Italien stammte, während seine Ahnen, offenbar ursprünglieh in Deutschland ansässig gewesen waren — wie ja seine eigenhändige Unterschrift (אשכנזי) deutlich beweist — so kam bekanntlich auch Rabbi Saul aus Italien, während sein Yater, wie nicht minder bekannt ist, aus Deutschland stammte, und zwar wahrscheinlich aus dem Flecken Katzenellenbogen in der heutigen preussischen Provinz Hessen-Nassau. So war bekanntlich auch Rabbi Meir v. Padua, der Grossvater des Saul וואל ursprünglich ein Deutscher, wie sich zum Ueberfluss aus einem Briefe des Rabbi Elia Kapsoli an Rabbi Joseph Kaio ergiebt, in welchem es von ihm heisst : ״אעתיק למעכ״ת תשובת הרב הגדול מעוז ומגדול מו״ה מאיר אשכנזי ראש ישיבה 1ב פ ד ו ב ה"). Yon Mitgliedern der Familie ״וואל״, die in Krakau ansässig waren, sind mir dem Namen nach bekannt Rabbi Isaak Katzenellenbogen, ein Enkel des Rabbi Saul (2״וואל״ ף Rga. אבקת רוכל, Nr. 64. 2) Erwähnt in der Einleitung zu לשו] למודים, vgl. אנשי שם, S. 233.