Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Religionsphilosophie Abraham Ibn Esra's
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Keligionsphilosopliie Abraham Ibn Esra’s. 17 Von Dr. David Hosin s. A. Bie E61ip01s@Mi6s6pMe Äforaliam Ibu E8ra’s Drei Jahre haben am 31. December sich geschlossen, seitdem Dr. David Eos in trotz seiner 72 Jahre viel zu früh der Wissenschaft, seiner gesegneten Lehrthiltigkeit und den Freunden entrissen wurde. . Denn für ihn war erst der Ilerhst angebrochen, in dein die eigentliche Lese so viel herrlich gereifter Frucht hätte beginnen sollen. Gewohnt, nur aus dem Vollen heraus und erst von dem ganz und gar in sein geistiges Eigenthum Uebergegangenen zu spenden und der Ocifentlichkeit mitzutheilen, liess er zwei und dreimal die Iiorazisehen Jahre vorübergehen, ehe er sich dazu entschloss, das von ihm Erkannte und Durchdrungene in sorgfältig gefeilter Darstellung Anderen zur Kenntniss zu bringen. Unausgesetzt und bis zum letzten Augenblicke vor Allem an seinen Vorlcsungen arbeitend, hat er zunächst in diesen einen geistigen Schatz zurückgelassen, der es werth wäre, dass weitere Kreise seine Schüler würden. Dank dein Entschluss(? seines Sohnes, des Dr. med. Heinrich Kosin in Koriin, ist der gesummte wissenschaftliche Nachlass, den• die Gebiete der hebräischen Sprachwissenschaft, der Bibelexegese mul ihrer Geschichte, der hebräischen Grammatik und Lexikographie, der jüdischen Keligionsphilosopliie und mittelalterlichen hebräischen Poesie in erster Keihe tunfasst, ungethcilt in das Eigenthum der Bibliothek des jüd.-theol. Seminars in Breslau übergegangen, um an der Stätte zu verbleiben, die seiner stillen und hingebungsvollen Wirksamkeit ein ]Menschenalter hindurch Zeuge gewesen* ist. Um aber auch der Wissenschaft diese reiche Summe ergebnissvoller Arbeit zugänglich und nutzbar zu macdien, sollen wenigstens Thcile des Nachlasses veröffentlicht werden, die am Ehesten als Arbeiten letzter Hand angesehen werden können. Dem nur an gediegenem Inhalt in vollendeter Form sieh begnügenden Geiste des entschlafenen Urhebers würde es sicher nicht ganz entsprochen haben, Etwas aus der Hand zu■ geben, was ihm noch nicht völlig zur Herausgabe reiferschienen sein mochte, aber er wird milden Sinnes, wie er war, vergeben, wenn Schülertreue und Freundesliebe es nicht verwinden kann, sein geistiges Erbe brach liegen zu sehen, Monatsschrift. 42. Jahrgang. ״