Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 6)
- Language
- German
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46 Emancipations-Bestrebungen in Breslau. niedrigung seiner jüdischen Unterthanen völlig fern lag.1) War er doch von Jugend auf durch seine Lehrer zur Freiheit vor! allen religiösen Yorurteilen erzogen ־worden! In seinem Ankleidezimmer stand eine Büste Moses Mendelssohns; sein Sohn, der Thronfolger, wurde von einem Freunde des grossen Popularphilosopfien, Johann Jakob Engel, erzogen und hörte Vorlesungen bei Markus Herz.2) Auch der bekannte Vertraute und Freund des Königs, Wöllner, war von tolerantester Gesinnung gegen die Juden und wünschte sehnlichst ihr Los zu bessern, und in der von ihm mit ausgearbeiteten Instruktion für das Berliner Generaldirektorium vom 28. September 1786 fand sich bereits sub ״Kro. 39 Judensachen“ der königliche Wunsch ausgesprochen: ״mit Nachdruck darauf zu halten* dass die ohnedem schon gedrückte jüdische Kation, so weit es möglich, soulagiret und von dem General-Fiscal nicht so gräulich gequälet werde.“3) So regte man sich denn bald innerhalb der jüdischen Gemeinden, selbst die ersten Schritte zum Versuche einer Besserung der Zustände zu unternehmen. Bereits am 25. December 1786 richteten die Berliner Aeltesten jenes bekannte Schreiben an den König, in dem sie um Anteil an den bürgerliehen Rechten nachsuchten und um Einsetzung einer Korn״ mission zur Untersuchung und Verbesserung ihrer jüdischen Verfassung baten.4) Die Kommission ward eingesetzt5), und!) In seiner Ansprache an die zur Huldigung versammelten Minister und Generäle hatte der König in Berlin die Worte gebraucht: ״Es ist ferner meine Willensmeinung, dass nie der geringste meiner Unterthanen je betrübt werden soll, sondern je zeitiger solches geschehen kann, will Ich allen etwanigen Bedrückungen abhelfen, und die Dürftigen retten.“ Handschriftl. Bericht in der Breslauer Stadtbibliothek in 8 E .־- ,5825 2) Graetz, Gesch. d. Juden XI, 141. 3) Man vergleiche Philippson, besonders I, 90, 878; II, 852. — 4) Der Wortlaut der Eingabe bei L. Geiger, Geschichte der Juden in Berlin II, 159. 5) Was Graetz, Gesch. d. Juden Bd. XI., S. 160 sagt, ist nach der ausführlichen Darstellung Philipp so ns I, 873 zu berichtigen: ״nicht Wallner (soll Wöllner heissen) und Bischoffswerder waren an den gexin«