Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 34 (1885)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erinnerungen und Hoffnungen dieser "Monatsschrift"
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829598-2829600-2844773--22647-2844787- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2 Erinnerungen und Hoffnungen dieser „Monatsschrift." zu werden, in einem literarischen Sammelwerke, gleichsam als fleißige Kärrner, Bausteine zusamnrentragen für einen konunenden Meister, der tum ihrem Grunde aus einen stolzen Bau aufführe! Nicht zu herrschen, sondern zu dienen ist wissenschaftlicher Zeitschriften Geschick und Bestimmung; entweder sollen sie selbstherrlichen Werken Vorarbeiten als Materialiensammlungen, oder dienen sie denselben als Niederlage von Excursen. So verdankt denn auch diese Monatschrift ihren langen, irnnnterbrochenen Bestand in erster Reihe der Anspruchslosigkeit ihrer Herausgeber und Mitarbeiter, in zweiter der Gunst und dem Wohlwollen ihrer Gönner und Leser. Wir feiern noch nicht das „Jobel" dieser Monatsschrift, wozu sie noch ein Drittel ihres bisherigen Weges znrückzulegen hätte, und auch zum „Jubel" bietet ein Ntickblick auf die vollendeten dreiunddreißig Jahre keine Veranlassung. Im Gegentheil! Drängen sich uns doch heute wehmuthsvolle Empfindungen auf bei der dankbaren Erinnerung an ihren verklärten Begründer und an die große Reihe der verewigten Mitarbeiter, die nebst ihm bereits eingegangeir sind in das Reich der Wahrheit, dem sie hienieden schon, wie diese Blätter bekunden, in Selbstlosigkeit zugestrebt. Allein Trost liegt in der Wahrnehmung, daß das Werk den Meister überdauert, daß es fortgesetzt wird von einein Genossen, von einem Jünger im Lehramte. Und das ist das Charakteristische dieser Moiratsschrift, und dies stellt die Thatsache ihres dauernden Bestandes in einen bedeutsainen Zusammenhang, daß ihr verewigter Begründer die Gottesgabe und Gnade besaß, „Schule" zu machen. Wie in diesen Blättern (Jahrg. 2 S. 16) das Wort „Schöpfung eines Seminars" so beredt überzeugend ausgesprochen und begründet wurde, daß es in der That ein schöpferisches wurde, und daß, der es aussprach, zum Leiter des „südisch-theologischeu Seminars Fraenkel'scher Stiftung zu Breslau" berufen ward,