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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1884-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
33 (1884)
Issue
Heft 1
Article
Über die Stellung der deutschen Juden innerhalb der gesammten Judenheit
Date
1884-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 lieber die Stellung der deutschen Juden Bau, den ein kommender Geistesfürst wird aufführen wollen. Solche Arbeiten können naturgemäß nur für den Fachmann ein Interesse haben, und keines für den Laien. Den Laien aber fehlt in Deutschland jener gemeinnützige Sinn, der den franzöfischen besonders eignet, sein Scherflein zur Pflege einer Wißenschaft, zur Schöpfung einer Literatur beizutragen, aus der ihm nicht unmittelbar eine nützliche Erkenntniß wird. Die Laien bei uns, setzen, hierin ihren Vätern unähnlich, nicht mehr ihren Stolz darein, eine Bibliothek zu besitzen, wenn sie dieselbe nicht benutzen können. Allenfalls geben sie, aus Rücksicht auf den empfehlenden Fachmann, den Preis für ein Werk, die Abonnementsgebühr für eine Zeitschrift mit dem Hintergedanken, sie gäben Almosen. Almosen aber mag ein Gelehrter von Charakter nicht annehmen, und wenn er nicht den Fachgenossen, die selten der Glücksgüter Fülle sich erfreuen, zur Last fallen will, läßt er seine Arbeit lieber verschlossen im Pulte liegen. Bei solcher Sachlage geht die Pflege unserer Wisienschaft, bisher der Stolz der deutschen Judenheit, immer größerer Verkümmerung entgegen. Ephemere Literaturerzeugnisse, Flugschriften über Tagesfragen, möchten vielleicht gekauft werden; aber es widerstrebt dem Forscher» dem Gelehrten vom Fache, für augenblickliche Zwecke das von Neuem zu wiederholen, was wiederholt schon bestens ausgeführt worden. Die Wiffenschaft mag solche Abschreiberdienst« lieber von der volksthümlichen Publicistik verrichtet sehen, der es wohl an stände, die überreiche Fülle des Materials, welche die Meister jüdischer Geschichtswissenschaft unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit zusammen- und dargestellt, für augenblickliche Zwecke umzuprägen und zu verwerthen. Vergleichen wir den Stand und die Lage unserer wissenschaftlichen und volksthümlichen Publicistik mit der in den anderen Ländern, dann müssen wir zu unserer Beschämung erklären, wir seien schon längst überholt. Die wenigen rein im Dienste der jüd. Wißen-

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