Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1883-01-01 · Heft 1 · p. Seite 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
32 (1883)
Issue
Heft 1
Article
Notiz. Graetz, Heinrich
Date
1883-01-01
Page
Seite 47 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829570-2829572--21348-2844702
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

W o t i z. In einem der neuesten Hefte der ״Academy" theift Herr S. L. Lee einige interessante Notizen mit über die Wichtigkeit, welche die Juden in der früheren Geschichte für die Stadt Oxford hatten, über den besonderen Einfluß, den sie ausübten. Schon im 11. Jahrhundert zur Zeit des Wilhelm Rufus werden sie von den Chronisten erwähnt. Im 12. und 13. Jahrhundert kamen sie, wie ihre Namen beweisen, aus Italien und Frankreich, ließen sich in zahlreicher Menge in der Stadt nieder. Sie trieben Geldgeschäfte mit den Studenten, Baronen oder Bürgern der Stadt. Ihre Thätigkeit beschränkte sich nicht allein auf den Handel. Sie gründeten auch hier wie in Paris talmudische Lehrstätten, eröfsneten Allen ihre Hörsäle. Viele der Juden konnten sich rühmen, eigene Bücher zu besitzen, was in jenen Tagen zu den Seltenheiten gehörte. Ihre Studien erstreckten sich nicht nur auf Bibel und Talmud, sondern auch auf die griechische Sprache und Naturwissenschaften. Bemerkenswerth ist der Antheil, den sie an der Gründung des Merton College der Universität zu Oxford nahmen. Im Jahre 1267 nämlich kaufte Walter de Merton einige Häuser, richtete sie als Wohnungen für unbemittelte Studenten ein. In dem Kaufbriefe werden als Eigenthümer ein gewisser Jude Namens Jakob und seine Frau Hannah genannt. Das Document in lateinischer Sprache ist noch vorhanden und ist eines der eigenthümlichsten seiner Art. Am unteren Rande befindet sich das Siegel des Verkäufers mit einer hebräischen Beglaubigung, welche bezeugt, daß Jakob und seine Frau den lateinischen Inhalt wohl kennen und die Gültigkeit des Kaufscheines bestätigen. Jakob wird als ein zur Zeit in London wohnender Jude bezeichnet. Aber in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.