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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 1 · p. Seite 46

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension] / L.
Date
1876-01-01
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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46 Rettnswnen. Wissenschaften zu betreiben, eine solche Geschichte der Philosophie bewegt sich, ohne es zu wollen und zu wissen, im Cirkel. Sie will zeigen, daß alle Resultate, welche die Philosophie gefördert hat, falsch und unbrauchbar seien. Aber zu diesem Ergebniß kommt sie blos durch philosophische Betrachtungen und während sie also die Wissenschaft verwirft, wendet sie sie wiederum an, um eben ihre Unrichtigkeit zu zeigen. Diese Methode ist eine vollständige Auflehnung gegen die Logik und diese Seltsamkeit macht es, daß die Lewes'sche Geschichte der Philosophie, so geistreich und interessant sie auch ist, doch keine Befriedigung gewährt. Es scheint die größtmögliche Objectivität in allen Betrachtungen zu herrschen und doch ehe man es sich versieht, spielt die Subjektivität hinein. Sieht man jedoch von diesem inneren Widerspruche ab, so ist das Buch eins der anziehendsten der philosophischen Literatur, die wir besitzen. Eine äußerst elegante Diction, die man von dem Verfasser von Goethe'sLeben gewöhnt ist, eine klare Darlegung des Kerns jeder einzelnen Philosophie, geschickt eingeflochtene und meisterhaft ausgeführte Biographien der einzelnen Träger philosophischer Systeme — wir verweisen besonders auf die Abälards — und zugleich strenge Wissenschaftlichkeit, das sind Vorzüge, die ein philosophisches Werk in unserer Zeit selten vereinigt. Deshalb wird Jeder das Buch mit Interesse und Spannung lesen, wenn er auch dem Zwecke des Verfassers durchaus nicht beistimmt und das Heil der Menschheit nicht in der einseitigen Ausbildung der Naturwissenschaften, sondern in der philosophischen Begründung und gleichsam Durchtränkung der Naturwissenschaften verbunden mit einer geläuterten Theologie sieht.

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