Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Biographie Agrippa's II.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
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Biographie Agrippa's II. 21 sahne aufgepflanzt worden. I u st u s b e n P i st o s, ein gebildeter und tapferer Mann, einst Geheimschreiber Agrippa's, dessen Beschreibung dieses Krieges für uns leider vollständig verloren gegangen ist*), und Jesus ben Saphia agitirten mit Erfolg für die Sache des Volkes. Nur Sepphoris hatte noch keine Entscheidung treffen können, weil sich fortwährend römische Truppen in nächster Nähe befanden. Auch die Römer entwickelten eine umfassende Thätigkeit zur Niederdrückung des Aufstandes. Cestius Gallus hatte sich als unfähig zur Beilegung des Streites erwiesen, und Nero gebot dem bedeutendsten Feldherrn, der ihm zu Gebote stand, dem nachmaligen Kaiser Nespasian, der früher reiche Lorbeeren in Britannien geerntet hatte, die Unterwerfung der Juden zu Stande zu bringen. Kaum langte dieser (Ende des Jahres 66) in Antiochien au, als ihm schon Agrippa mit seinen Truppen entgegeneilte und auch ihm seine stete Ergebenheit in allen Stücken versicherte. Zuerst wurde natürlich das nördlich gelegene Galiläa, des Josephus Verwaltungsbezirk, angegriffen. Daß Josephus Vertheidiguugsmittel genug besaß, läßt sich leicht ermessen. Er selber berichtet aller Orten von der großen Fürsorge, mit der er sich für alle Eventualitäten vorgesehen haben wollte. Und doch hielt er sich verhältnißmäßig nur kurze Zeit gegen die Angriffe der Römer. Bald war ganz Galiläa unterworfen und Josephus römischer Gefangener (67). Die Art und Weise, in der er sein Vertheidigungssystem gegen die zahlreichen und wuchtigen Angriffe seiner Feinde, und namentlich des Justus von Tiberias, 2) in Schutz nimmt, ist so confus und durch einander geworfen, daß auf diesen Punkt beim Mangel aller sonstigen Nachrichten, schwerlich jemals ein. Helles Licht fallen wird. Diese Confusion wird verursacht einerseits dadurch, daß Josephus zu eitel war, um seine Verwaltung nicht als mustergültig hinzustellen, und andererseits, durch den Unrstand, daß er, als Lohnschreiber der Cäsaren ver- ') Nur ein dürftiges Excerpt ist bei Photius Mbl. graeca. cod. 33 vor- Händen. Wir kommen darauf S. 24 noch einmal zurück. נ) Er widmete diesem Gegenstände den bei weitem größten Theil seiner Selbstbiographie.