Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Analekten לוש Monatschronik. 47 bet Die vielen Kloster, welche in jüngster Zeit wieder entstanden sind, und eins zutn Hohn der Intelligenz irr Berlin, geben Antwort darauf. Sollte es im Rathschlus; der die Geschichte lenkenden Vorsehung liegen, das; das versammelte Concil sein Ziel erreicht und das Freiheits- und Vernunstfeindliche Nom noch mächtiger;nacht, dann müssen sich die Sohne des auf Freiheit und Vernunft gebauten Judenthums auf kampfreiche Tage gefaßt machen. CS'ineit Vorgeschmack dessen, was uns bevorsteht, giebt eine Schrift des ultramontanen Ritters G ougenot des Mousse aux, welche jüngsthin in dern von Revolutionen und demokratischen Prinzipien durchwühlten Frankreich erschienen ist, und Alles, was Richard Wagner gegen Juden und Iudenthum vorgebracht hat, weit, weit hinter sich läßt. Eine Probe davon, welche der Univers Israelite int Decemberhest auszieht — der die Gefahr nicht unterschätzt -— wird genügen: ״Weiche zurück, 0 Jude, denn Du wagst schon, uns 31t berühren, Du, der Verworfenste der Menschen I . . . Was das Morgenland, das wir durchwandert haben, uns gezeigt hat, ist, das; Jeder, der sich achtet und Dir begegnet, Dir in's Gesicht speit, Dich mit seinem Stock berührt und Dich mit dem Ende seines Fußes streichelt. Indessen entlocken Dir unsere Worte ein Lächeln der Verachtung; denn Deine Koffer strotzen von Gold, und was giebt es höheres als Gold? So raisoltnirst Du, wir wissen es, und wahr-- tich, als Jude raifonnirst Du ganz vortrefflich. Aber geh', Alle haben nur einen Mund, es Dir zu sagen, das Gold, das Dtt verbirgst und das Dtt ausstellst, riecht nach Blttt utid Koth ... Du bist der Mensch, den alle Welt anspeit. Ju's Wette, Jude, in's Weite! Nimm Dich in Acht, daß Dt! uns nicht nahkontntst, daß Dein Kleid das unsere nicht berühre"! Was nützt es, das; Eremienx von so und so viel tausend Stimmen in Paris zum Gesetzgeber erwählt worden ist, das; es so viel hochgestellte jüdische Beantte, Ofsieiere, Eelebritätett, Künstler, Schriftsteller, Zierden der Gesellschaft, giebt? Das ultramontane Rom spricht zu und von den Juden heute wie zur Zeit des ökumenischen Concils -unter Jnnocenz Hl. und sinnt vielleicht schon daraus, uns wieder den gelbett Flecken an die Kleider zu heften, für uns neue Fesseln zu schtnieden und Scheiterhaufen aufzurichten. Glaubt Ihr diesen übermächtigett, Menschenglück und Freiheit verachtenden Feind durch Eultusreformen, Gebetbücherfabrikatton und Modetand besiegen zu können? Nur Einheit und gesammelte Kraft vermögen es, welche nur durch Vertiefung in das uralte Judenthum gewonnett werden können.