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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 1 · p. Seite 44

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 1
Article
Analekten.
Date
1869-01-01
Page
Seite 44 (sequence 1)
Language
German
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44 Analekten. <Önafe&tcn. Die Religiosität ist auf dem Wege, Mode zu werden. Frankreich, das zuerst den Torr des Unglaubens, des. lauten oder stillen Spottes gegen alles Religiöse angegeben hat, beschäftigt sich gegenwärtig viel, vielleicht schon zu viel mit Religion. Das Weltblatt Revue cle deux irrendes, dieser feine Barometer für die Witterung in den höhern französischen Gesellschaftsregioneu, sie enthält fast in jeder vierzehntägigen Lieferung einen ausführlichen, und rvas sich von selbst versteht, graziös geschriebenen Artikel über diese oder jene Seite des religiöserr Lebens und Denkens. Ar. Buloz täuscht sich nicht und langweilt feilte Leser nicht gerne. Er muß also wissen, daß die sorrst verachtete Region, wenn auch noch nicht ein Zugstück bildet, doch in den Bureaus der tonangebenden Staatsnränner und Denker und in den Boudoirs gebildeter Damen, überhaupt bei den Somnritäten der Gesellschaft Gnade findet. In denr sonst so leichtlebigen Frankreich beschäftigt man sich gegenwärtig vielleicht mehr mit religiösen Fragen als in dem ernsten Deutschland, das man früher das Vaterland der Theologie und Philosophie genannt hat. Renan's Leben Jesu ist nicht die Ursache dieser Richtung der Geister, sondern eins der Symptome. Im zweiten Octoberheft 1868 enthält die ״Revue" einen Artikel: Die religiöse Krisis des neunzehnten Jahr- Hunderts, gewissermaßen den zweiten Leitartikel nach dem: ״Deutschen Krieg von 1866." Der Verfasser, der in Religionsgeschichte bewährte Etienne Vacherot, zeigt einen Rundblick über die religiösen Stimmungen in der civilistrten Welt Europa's und Amerika's und constatirt daraus Thatsachen, dis dem Judenthume, das er zwar wenig berücksichtigt, schmeichelhaft sein können. Herr Vacherot kann die Ahnung nicht unterdrücken, daß das Christenthum gegenwärtig in das Stadium getreten ist, in dem das Heidenthnin am Vorabend seines Unterganges stand. Die Kaiser erließen harte, grausame Edikte gegen die Verächter des officiellen Cultus, die Staatsanwälte zogen die Uebertreter zur

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