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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Pesth [Nachricht]
Date
1868-01-01
Page
Seite 39 (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/2829132-2829360-2829362--11084-2843676
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Monatschronik. 39 angenommen worden. In der Depatirtentafel brachte der Abgeordnete Koloman Tisza Namens der siebenten Abtheilung zu der Regierungsvorlage ein Amendement ein, das allen Religionen Gleichberechtigung in bürgerlicher Beziehung zuerkennt, zog aber im Verlaufe der Debatte dieses Amendement vorläufig zu״ rück, um ״die brennendste aller inneren Fragen, die der Israeliten‘% zuvor zu erledigen und durch seinen Antrag keinen neuen Aufschub herbeizuführen. In der Magnatentafel wurde die Vorlage mit 60 Stimmen gegen 4 nach kurzer Debatte angenommen. Bemerkenswerth ist, dass unter den dissentirenden Mitgliedern sich kein Bischof befindet. — In Pesth herrscht grosse Freude über die glückliche Lösung dieser Frage und man hegt die gegründete Hoffnung, dass das Gesetz nicht nur auf dem Papiere stehen, sondern stricte zur Ausführung kommen wird. Rumänien. Ein vertrauliches Rundschreiben des Ministers des Innern, Stephan Golesco, an die Präfecten ist durch Zufall in die Oeffentlichkeit gelangt und wirft ein schreckliches Licht auf die Absichten der rumänischen Regierung hinsichtlich der dortigen Juden. Das Schriftstück in scheinheilig heuchlerischem Tone abgefasst, erklärt die Juden für eine Landplage, welche auszurotten die Regierung und ihre Beamten sich sehr angelegen sein Hessen. Allein der Herr Minister rieth grosse Vorsicht hierbei an, da blinder Eifer der guten Sache schaden und Rumänien in den Augen der civilisirten Welt compromittiren könnte. Das von einzelnen Präfecten und Unterbeamten an die Juden erlassene Verbot, christliche Dienstboten zu halten, zeuge von einem solchen Eifer und müsse daher zurückgenommen werden. Im Uebrigen hoffe die Regierung, wenn sie von ihren Beamten verständig unterstützt werde, nach und nach unter verschiedenen Vorwänden die Juden los zu werden, nur müsse man ihr Zeit lassen und ihr nicht durch voreilige Handlungen die Erfüllung ihrer hohen Aufgabe erschweren. Dieses Schreiben, gegen dessen Echtheit bisher kein Zweifel erhoben worden ist, charakterisirt zur Genüge die Absichten der Regierung, und unter solchen Umständen haben selbst die Worte des Fürsten, der vor einigen Tagen bei Eröffnung des Landtages in der Thronrede seine humanen Gesinnungen gegen die Juden zu erkennen gegeben, nicht den geringsten Werth:

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