Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aphorismen
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 2)
- Language
- German
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4 Aphorismen. man war daran, den alten feudalen Bau, an dem das Jahr 1848 mächtig gerüttelt, wieder herzustellen und ihm neue Grundlagen zu geben, deren eine die Wiederherstellung des kaum gesühnten Unrechts gegen die Juden und als welche trefflliche Baumeister bewährten sich die Bach, Thun, Raumer, Westphalen und Genossen! Ein gewaltiges, welterschütterndes Ereigniss hat der Geschichte, hat der gesummten gebildeten Mensch־ heit eine neue Richtung gegeben; ein Ereigniss, in dem Gottes Hand unverkennbar, hat dem Vorhaben der finsteren Mächte Einhalt gethan und muthig erheben sich die Vorkämpfer des Rechts und siehet die dem Menschen als gottesähnlichem Wesen zukommende Freiheit siegesgewiss ihrer vollständigen Anerkennung entgegen. Lasst einen heidnischen Dichter sagen: ״Was die Könige fehlen, büssen die Völker (Achiver.)“ wir nehmen, das Auge auf eine höhere Weltwaltung gerichtet, ganz Anderes wahr. Die Fehltritte, die Könige begehen, wandeln sich um in Wohl der Völker. Die Schlacht bei Sadowa, durch die verschlungenen Gänge der Politik wachgerufen, sie ist bezeichnet mit Strömen Menschenblutes, aber zugleich mit dem Zusammensturze eines, durch Jahrhunderte Völkern verderbenbringenden Systems: dem blutgedüngten Boden entspross Leben, aus ihm ein neues, in der Erkenntniss, dass der Wille der Völker einen wesentlichen Factor in der Regierung der Staaten bilde, sich verjüngendes Oesterreich. Und schon reifen die Früchte: die letzten Tage des verflossenen Jahres brachten die Veröffentlichung der Grundrechte, welche Gewährleistung voller Glaubensfreiheit, Unabhängigkeit der bürgerlichen und politischen Rechte vom Glaubensbekenntnisse, Freiheit der Wissenschaff und ihrer Lehren und andere im Geiste echten Constitutionalismus erfasste Gesetze verheissen. So ist der Jude durch Wogen und Flammen zur Freiheit gelangt, die, wie den vielen Völkern Oesterreichs, nun auch ihm aufgehet. Und ist doch ihre Verwirklichung am Juden ein Gewährsbrief für die gesammten Bewohner des jeweiligen Staates, sowie durch die lange Zeit, in der sie dem Juden entzogen war, die Völker mehr oder minder mit ihm unter