Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Thaten sprechen
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 8)
- Language
- German
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spreöhfen; Stern war nicht erst vor Königgrätz, sondern׳ schon >voH Schüttenhofen und den ihm gleichgesinnten Orten erbleich!1^ Aber wir müssen der Wahrheit gemäss registriren, jemF rohen Thaten waren nicht vom rohenPöbel allein ausgegan gen; das gebildete Czechenthum hatte hieran den Löwen anfcheil, die ״Narodno Listi“, das Volksblatt der Czechen״ partei, hatte unaufhörlich gegen die Juden geschürt. Ein schlagenderes Zeugniss ihrer Unwürdigkeit, in die Reihen gebildeter Nationen einzutreten, vermochten die Vertreter czechischer Nationalität sich nicht auszustellen. De, schlaue Herrscher an der Seine hatte die Idee der Nationalitäten wachgerufen: einer gebildeten Nation ist sie ein belebender Funke, einem ungebildeten Volke ein buntes Glaskügelchen, mit dem es nach Weise der Kinder spielt bis es zerbricht und es sich an ihm beschädigt. Der Schwerpunkt der Nationalität liegt heutiges Tages nicht in der gemeinschaftlichen Abstammung und der Gemeinschaft der Sprache, sondern in der allmäligen Entwickelung des Volks-Charakters und der Volksthümlichkeit, in den verschiedenen Phasen, die sie durchgegangen, bis sie die Höhe der Zeit erreicht. Dass die Juden in Böhmen nicht in der czechischen Nationalität aufzugehen gesonnen sind, sondern vorziehen, zu den Deutschen in Böhmen zu halten, spricht nicht, wie die Leiter derNarodno Listi vermeinen, von ihrem antinationalen Sinn, sondern von ihrer richtigen Erkenntniss des Begriffes ,,Nationalität“. Der Jude hat, was ihm von keiner Seite abgesprochen werden kann, das Bedürfniss nach geistigem Leben und fühlt sich nur in der Athmosphäre geistigen Lebens heimisch. Darum gehet er gern in der Nationalität eines Culturvolkes auf: Deutschfand, Frankreich, England gehört er als Staatsbürger mit allen Fasern seines Seins an. Selbst das magyarische Element hat er in Ungarn in sich aufgenommen: Ungarn hat seine Sprache zu einer gebildeten gemacht, der Sprachschätz ist von weitem Umfange, hat Ausdrücke für die abstraktesten Begriffe, Männer, wie Josika, Sechenny, Eövtös, Kisfaludy, Petöfi, Horwath, Hunfalvi, Toldi u. A. haben Dichtkunst, Geschichte und viele Zweige der Wissen- ן uf ( \ I