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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1864-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
13 (1864)
Issue
Heft 1
Article
Alte und neue Zeit
Date
1864-01-01
Page
Seite 22 (sequence 20)
Language
German
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Alte und. neue Zeit. aber es fehlte an wissenschaftlicher Begabung, diese Ueber- •zeugung in Worte umzuprägen, sie allgemein verständlich und Jedermann zugänglich zu machen. Ein neues Geschlecht wuchs heran, das die durch den Mangel an Wissenschaft entstandene Lücke auszufüllen bestrebt war. Und war es auch nicht von Fehltritten frei, missglückte von mancher Seite der Versuch, Glauben und Wissen- Schaft miteinander zu verbinden, und wurde in einer der früheren Zeit entgegengesetzten Richtung der Glaube zurückgedrängt, so wurde das Streben Jener, die mit Glaubenswärme und entsprechender Glaubenskenntniss an die hohe Aufgabe gegangen waren, mit Erfolg gekrönt. Auch war man aus dem jeden Ueber gang unvermeidlich begleitenden Taumel erwacht; es hatte sich ärgern ein die Ueberzeugung verbreitet, das Jahrtausende \ler Leiden überdauernde Judenthum habe einen tiefen göttlichen Inhalt, der durch allgemeine Moralphrasen nicht erschöpft werden kann. Im Juden lebt überhaupt, wie er auch durch Umstände vom richtigen Wege abgeführt werde, ein durch das Bewusstsein der göttlichen Wahrheiten seines Glaubens wachgehaltener, das Religiöse conservirender Sinn, den er, mitunter sich dessen nicht klar bewusst, bei vielen Gelegenheiten manifesdrt. Und hieraus erklärt auch die Erscheinung, dass er sich von jenen Männern abwendet, die auf Kosten des Glaubens eine Verbindung mit der Wissenschaft zu Stande bringen wollen, und in ihnen nimmer die Vertreter des Glaubens zu erkennen vermag. Unsere Tage zeigen eine weitverbreitete Achtung vor dem Glauben, sie zeigen die Liebe zum Judenthum in den Gemüthern wieder erwacht, man sucht seine aufrichtigen Vertreter, denen nun die Bahn geöffnet ist, seine Lehren zu verbreiten und die Jugend für sie empfänglich zu machen. Es ist eine trübe Zeit vorangegangen; das Judenthum hat wieder seine göttliche Kraft bewährt: unsere Tage sind besser als die früheren. Frankel.

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