Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Rückblick
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829262-2829264-2843155--05858-2843184- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Rückblick. 19 benzigjährigen Geburtstag. Der Nestor der jüdischen Literaturgeschichte und Alterthumsforschung wird von jedem das Gebiet der jüdischen Wissenschaft Anbauenden mit Hochachtung genannt, und es werden noch ferne Geschlechter aus seinen Schriften schöpfen. Möge er der Wissenschaft lange erhalten bleiben! Wir haben noch einen andern Namen zu nennen, dessen Wirksamkeit für Juden und Judenthum unvergesslieh bleiben wird. An Herrn Albert Cohn zu Paris bewahrheitet sich der alte Spruch: ״Der Herr lässt es nie Israel an Rettern fehlen." Herr Cohn, hohe Wissenschaftliehe Bildung mit der innigsten Glaubenswärme vereintgend, fördert nicht nur in nahen und fernen Kreisen Wis senschaft und wissenschaftliche Werke, ertheilt Belehrung und stehet an der Spitze Belehrung und Wohlthätigkeit fördernder Institute, sondern er eilt im Adlerfluge nach den entferntesten Gegenden, wo je Juden und Judenthum Gefahr drohet. Er besuchte bei schwankender Gesundheit mehrere Male Jerusalem, brachte dort das Hospital zur Ausführung und begründete in den vorzüglichsten Gemeinden des Orients Schulen, deren Leitung er von Paris aus obliegt. Im vergangenen Sommer riefen die Leiden der Juden im maroccanischen Reiche seine Theilnahme wach; er begab sich nach Spanien, um die Protection des spanischen Siegers für seine Glaubensgenossen in Anspruch zu nehmen: und der Herr liess sein Vorhaben gelingen. Von da begab er sich nach Marocco und andern Städten, und brachte wesentliche Hilfe. — Kaum von der sehr anstrengenden Reise zurückgekehrt, schlug an sein Ohr der Leidensruf der zu Damascus unschuldig Angeklagten: er fand nicht Rast und eilte sogleich nach Marseille, um sich nach Beirut einzuschiffen. Der inneren Unruhe für die Glaubensbrüder war jedoch die Reise ein zu langer Verzug, und er sandte, durch höhere Autorität bevollmächtigt, Briefe an die höchst Befehlenden zu Syrien, die Anklagen genau zu untersuchen. Und diese Briefe trugen die glänzendsten Früchte: Die Unschuld der Angeklagten wurde anerkannt.— Solche Namen zu verzeichnen möge die schöne Aufgabe des jedesmaligen Jahresberichts sein! T