Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 9)
- Language
- German
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26 Briefe aus Süddeutschland. danken, daß das H. K. K. Cultusministerium österreichischen jüd. Jünglingen freigegeben hat, ihre thealog. Studien an dem Seminar zn machen. — Von dem Verein Tiseret Bachurim in Hannover ist ein Stipendium von 20 Thlrn. für einen das Seminar besuchenden Hannoveraner bestimmt. Der Magistrat zu Hildesheim bewilligte dem von dvrt gebürtigen Seminaristen stud. phil. M. Güdemann auch für das Jahr 1856 ein Stipendium von 30 Thlrn. Breslau, im December 1856. Frankel. Briefe aus Süddeutschland. 1. In den für die Culturhistorie unserer Glaubensgenossen so wichtigen Berichten Ihrer geschätzten Zeitschrift haben bisher ähnliche Berichte über unsere Glaubensbrüder in den süddeutschen Staaten keinen Platz gefunden, und da Bayern bei seinen Betreffs der Israeliten wenig beneidenswerthcn Zuständen der einzige süddeutsche Staat ist, über welchen biefef Blätter nähere Auskunft brachten, so möchten Ihre Leser vielleicht dennsüßen Glauben sich hingebcn, daß die cültucllen, socialen und Politisch^ Zustände unserer Neligtonsgenossen in den anderen süddeutschen Staaten so glücklich und blühend sein müßten, daß — דסוח־ז תה$ה — Schweigen die geeignetste Bezeichnungsweise derselben sein sollte, wie in der Geschichte gerade diejenigen Phasen den glücklichsten anzugehörcn pflegen, über welche am wenigsten gesprochen wird. Ich muß aber zu ihrem und meinem Bedauern jenen Glauben von vorn herein als irrig bezeichnen: es gibt bei uns gar Vieles, das einmal einer offenen Darlegung bedarf, auf daß die gewöhnlich übertünchte und polirte Schattenseite zum Vorschein und Ansicht gelange, und es bedarf hierbei sicher keines Mikro- und keines Teleskops, um die dunkeln Punkte in ihrer ganzen Düstcrnheit zu erblicken, so wie es andererseits hier noch an Vielem fehlt, das anzuregen, herbeizuführen und zu verwirklichen keine unwürdige Aufgabe der jüdischen Presse scheint. Wenn ich aber dennoch im Laufe dieser Briefe an manchem Punkte Halt machen und mit einem beredtsamen Schweigen über denselben hinwegeilen werde, ״mich begnügend, mit einem schriftlosen Denkstein nur das Dasein einer Leichenstätte anzudeuten", so mag der Leser hierfür den Grund beherzigen, daß wie dem ehrlichen Menschen die Lüge zu sagen un-