Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Beni Israel in Bombay.
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 2)
- Language
- German
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Notizen. 43 Seelen belaufen. Sic zerfallen in drei Hauptklaffen: in Weiße, in Schwarze und in ״Beni Israel". Die weißen Juden haben sich erst ln längerer Zeit aus Arabien und die schwarzen aus Lochin in Bombay cingefundcn, während die ״Beni Israel" bei weitem die Mehrzahl, nach ihren eigenen Berichten schon vor sechzehnhundcrt Jahren in Navagaum landeten. Woher aber kamen sie? ״Aus einem nördlichen Lande", so sagen sie selbst, und vr. Wilson in Bombay, der sich mit ihnen besonders beschäftigt hat, neigt ziemlich entschieden zu der Meinung: sie seien Ueberbleibsel jener Israeliten, die von assyrischen Königen in die Gesangenschaft geschleppt wurden. Auffallend in der That ist es, daß sie erst von den Juden aus Arabien und Cochin in den heiligsten Bräuchen, ihrer Religion wieder unterrichtet werden mußten, daß sie die Bezeichnung Jude von sich weisen und daß die jüdischen Lieblingsnamen ״Juda" und ״Esther" bei ihnen gar nicht Vorkommen. Da sie sich im Lause der Zeit von heidnischem Beisatz/ namentlich von dem Dienste der ״bösen Geister", sowie von den bösen Künsten der Wahrsagerei und Zauberei nicht frei erhalten haben, so werden sie von persischen und arabischen Juden, die des Handels wegen hierher kommen und zum Theil in langen prachtvollen Gewändern einherstolziren, in der Regel tief verachtet. Sie sind meist Oelmachcr, Zimmerleute und Maurer, zum Theil auch Krämer, Schneider, Eisen- und Goldschmiede. Nicht Wenige von ihnen gehen sogar zur Armee, und fast alle verlassen den Dienst nicht eher, als bis sie sich Titel und Mittel erworben haben. Der Wohlhabenden gibt es unter den ״Beni Israel" nicht viele, doch soll ihr Häuptling immerhin über zweihunderttausend Rupien zu gebieten haben. Ihr Hauptwohnort aus der Insel (Bombay) ist nicht weit von Mazagaum in einem Theile des Ortes Barcota (Außenstadt). Sie besitzen zwei regelmäßige Synagogen in Bombay und eine dritte zu Revadunda. Aus Italien wird in einem Literatur-Berichte des M. d. A. mitgethcilt: Wir müssen auch eines gelehrten Rabbiners, des Professors Dell« Torre erwähnen, welcher bei dem israelitischen Collegio zu Padua angestellt und würdig in die Fußtapscn des gelehrten vr. Arrighi zu Modena getreten ist, welcher vor einigen Jahren eine israelitische Zeitschrist herausgab, an welcher Herr Della Torre Mitarbeiter war. Allein sie ging bald in Folge der dortigen Verhältnisse ein. Das rabbinische Collegium zu Padua bildet jetzt ausgezeichnete Religionslehrer, von