Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Necensionen und Anzeigen. 35 Volksbibel als Erbauuugs- und Velehrungsbuch für Israeliten, bearbeitet von Salonion Sachs, Kreisrabbiner. Prag l.848 bei Landau« Unter diesem Titel wird uns ein Werk geliefert, das einem fühlbaren Mangel in unserer neuen, jüdischen Literatur abhilst. Wenn die schönen Leistungen hervorragender Rabbinen und jüd. Gelehrten unserer Zeit für die strenge Wissenschaft des Judentums unschätzbar sind; wenn Jene mit dem ZaubersLabe scharfsinniger Forschung uns aus dem Felsen Lebenswasser schlagen: so sind wir gewiß auch denen besondern Dank schuldig, die als Vermittler zwischen Gelehrten und Laien dieses Lebenswasser allgemein genießbar machen, es in faßlichem Gefäß dem ganzen Volke darreichen, daß es trinke und sich labe, und die Wissenschaft ihm nicht ein versiegelter Quell bleibe; wenn Jene aus dem tiefen Schacht der noch zum großen Theil unbebauten jüd. Wissenschaft uns Goldbarren fördern, so bedürfen wir um so mehr Derjenigen, welche es verstehen, diese in kleine Münzen von gangbarem Gepräge zu schlagen und so in Umlauf zu bringen, daß sie nicht ein todter Schatz einiger Mittlrer bleiben. Es haben daher von jeher die bedeutendsten Männer Israels es ihrer werth und verdienstlich erachtet, Sitten- und Erbauuugs-. bücher sowie populär belehrende Bücher in hebr. Sprache fürs Volk abzufassen; welche zum Theil, besonders für Frauen und Mädchen, ins Deutsche übertragen wurden, wie das bekannte „Menorath Hamaor" u. A. Unter den Erzeugnissen dieser Art hat sich einer besonders großen Verbreitung erfreut und war seiner Zeit von sehr großem Nutzen das bekannte „Aeena urenn", indem es, die allgemeine Sabbat-Leetüre der jüd. Frauen und Töchter, dieselben mit der Schrift, deren midraschischer Auslegung und moralischer Nutzanwendung, in einer dem damaligen Geschmacke zusagenden Form vertraut machte. Seit lange ist nun dieses Werk sowohl der Form nach, als auch znm großen Theite dem Inhalte nach, veraltet und kein Ersatz ist uns dafür geboten worden. Man suchte vergebens ein Werk, das im Geschmacke unsrer Zeit und dem BLldnngsstande derselben angemessen bearbeitet, zugleich Erbauung und Belehrung in edler gemeinsaßlicher Sprache au die Bibel anschließend darbiete. Und doch ist dies das einzige Mittel, die Bibel-Lectüre nützlich zu fördern. — Der sel. Rabbiner Sachs hat nun im oben genannten Werke es unternommen, die 5 Bücher Moses in einer treuen und gefälligen Ueb ersetz ung mit durch Parenthesen eingeflochtenem Kommentar, wo dieser zum Verständniß unentbehrlich schien, zu geben. Zum Schlüsse eineH jeden kleinern oder großem Abschnittes wird in „Betrachtungen" Auffassung, Verständniß und Anwendung des Inhalts auf unsre Zeit beleuchtet und in eindringlichen Worten ans Herzgelegt, vieles Er-